Osterfeuer erleuchteten wieder den Himmel über Burgsteinfurt
Böse Geister vertrieben

Burgsteinfurt/Borghorst -

In heidnischen Tagen sollte das Feuer die bösen Geister von den Feldern vertreiben, damit die Saat gut wachsen konnte. Für die Christen symbolisiert es die Wiederauferstehung Jesu Christi.

Montag, 02.04.2018, 15:04 Uhr
Nach erfolgreich überstandener Trecker-Premiere zündete Kaplan Paul Joseph das Osterfeuer der KLJB an.
Nach erfolgreich überstandener Trecker-Premiere zündete Kaplan Paul Joseph das Osterfeuer der KLJB an. Foto: Matthias Lehmkuhl

„Wir kommen schon seit 15 Jahren hierher, das gehört für uns zu Ostern wie die bunten Eier“, freut sich die vierköpfige Familie mit inzwischen erwachsenen Kindern.

Auch sie besucht am Sonntagabend das Osterfeuer auf „Rolincks Wiese“. Mehr als 200 Besucher erleben dort mit, wie der riesige Berg aus Gartengehölzen und alten Weihnachtsbäumen in Flammen aufgeht. Uwe Altena, so etwas wie der „Hüter des Feuers“, entzündet den Stapel rundum bereits seit vielen Jahren mit einer Fackel. Überdies achtet er darauf, dass ein Sicherheitsabstand gewahrt bleibt.

Veranstalter ist der Heimatverein Burgsteinfurt. „Unser Osterfeuer hat sich über Jahrzehnte zu einem attraktiven Volksfest entwickelt“, so die Vorsitzende Dr. Barbara Herrmann. „Wir schätzen altes Brauchtum und organisieren das Osterfeuer schon seit mehr als 30 Jahren“, fügt der zweite Vorsitzende Hans Knöpker hinzu. Musikalisch begleitet wurde es auch diesmal wieder durch das Schülerblasorchester des Gymnasium Arnoldinum.

Auch die Hollicher Schützen pflegen die Tradition seit mehreren Jahren wieder. Zu den Klängen der Hollicher Blaskapelle schauten viele Gäste zu, wie das Feuer den Himmel über der Bauerschaft in rote Glut tauchte. Ebenso luden die Vorstädter Schützen in Burgsteinfurt zum geselligen Osterfeuer ein und setzten damit auch im Stadtbereich einen feierlichen Akzent.

In Borghorst wollte eigentlich Pfarrer Markus Dördelmann das traditionelle Osterfeuer der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) entzünden. Doch wegen einer Grippe musste er die Segel streichen, für ihn sprang Kaplan Paul Joseph in die Bresche. Laura Stegemann holte den indischen Seelsorger mit einem großen Traktor vor der Nikomedes-kirche ab.

Dort wartete der Kaplan bereits mit der Laterne, in der das Feuer der Osterkerze loderte. „Ich fahre zum ersten Mal in meinem Leben mit so einem Trecker“, stieg der seit sieben Monaten in Borghorst tätige Kaplan etwas skeptisch ein. Dann drehte Laura Stegemann den Zündschlüssel um und fuhr mit der wertvollen „Fracht“ zum etwa sieben Kilometer entfernten Acker in der Nähe des Hofs der Familie Minnebusch in der Bauerschaft Ostendorf.

Dort waren mehr als tausend ehemalige Weihnachtsbäume für das Osterfeuer aufgestapelt worden. Die vertrockneten Tannenbäume stammten wieder aus der KLJB-Abholaktion Anfang Januar. Nach dem Anzünden sprach Kaplan Paul Joseph ein kurzes Gebet und segnete das Osterfeuer. Danach servierte die KLJB Grillwürstchen und kühle Getränke.

Gestärkt spazierten Organisatoren und Zuschauer später zum wenige hundert Meter entfernten Hof Minnebusch, auf dem ein großes Festzelt stand. Dort veranstaltete die KLJB zum fünften Mal die große Osterparty. Rund 900 meist junge Leute feierten mit der Musik von DJ Steve bis der „Osterhase“ kam.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5633104?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker