Kunstrasenplatz der Preußen
Fraktionen wollen schnelle Lösung

Borghorst -

Die Zeit drängt. Ist der Sommer rum, stehen sich die Adlerträger gegenseitig auf den Füßen. Mit Stollenschuhen kann das ganz schön weh tun. In der dunklen Jahreszeit wird der gerade gesperrte Kunstrasenplatz den Kickern bei Training und Meisterschaftsspielen richtig fehlen. Er ist das einzige Spielfeld der Preußen mit Flutlicht. Die Politik ist gefragt. Sie wird in den nächsten Wochen und Monaten ein Konzept erarbeiten müssen. So viel scheint jetzt schon klar zu sein: Ein neuer Belag muss her. Und der sollte ein paar Jahre länger halten als sein Vorgänger. Wie der sechsstellige Betrag aber aufgebracht werden soll, das scheint momentan noch unklar zu sein, wie eine Umfrage bei den Fraktionsspitzen des Rates ergab.

Dienstag, 22.05.2018, 16:59 Uhr aktualisiert: 22.05.2018, 17:16 Uhr
Michael Barbato, bis vor kurzem noch Platzwart bei den Preußen, musste beinahe wöchentlich die Löcher im Kunstrasenplatz ausbessern. Jetzt hilft auch das nicht mehr, das Spielfeld wurde wegen der erhöhten Unfallgefahr gesperrt.
Michael Barbato, bis vor kurzem noch Platzwart bei den Preußen, musste beinahe wöchentlich die Löcher im Kunstrasenplatz ausbessern. Jetzt hilft auch das nicht mehr, das Spielfeld wurde wegen der erhöhten Unfallgefahr gesperrt. Foto: Axel Roll

„Wir haben mit dem Preußen-Vorstand in diesem Monat noch ein Gespräch. Wir haben das Problem erkannt und werden noch vor der Sommerpause ein Lösungskonzept erarbeiten“, verspricht SPD-Fraktionschef Alfred Voges. Es sei ja schon länger abzusehen gewesen, dass der marode Platz wegen der hohen Verletzungsgefahr gesperrt werden müsse. Voges möchte sich aber auch intensiv die Gesamtgemengelage anschauen. „Wir werden auch in die Verträge schauen, die die Stadt mit Preußen abgeschlossen hat“, so der Fraktionschef.

Für die Freien Wähler ist jetzt schon klar: „Es muss Geld in die Hand genommen werden.“ Das sagt Fraktionsvorsitzender Dr. Reinhold Dankel, der hinter seinem Zitat drei Ausrufezeichen sehen möchte. Auf dem Gelände finde auch Schulsport statt. „Und der ist eine Pflichtaufgabe für die Stadt“, betont der FWS-Sprecher. Somit dürfe sich die Stadt nicht drücken, hier schnell eine Lösung herbeizuführen. Zu welchen Kraftakten Steinfurt fähig sei, habe erst am Wochenende die Wiedereröffnung des Freibades gezeigt.

Ähnlich sehen die Grünen die Situation. „Wir machen uns Gedanken um das Problem, haben aber noch keine Lösung“, sagt Sprecher Ludger Kannen. Um einen neuen Belag komme die Stadt wohl nicht herum, vermutet er. Über die Finanzierung könne er aber noch nichts sagen. „Wir sollten da aber investieren“, ist Ludger Kannen überzeugt. In einen Platz, der länger halte als der alte.

Ein bisschen weiter ist da schon die CDU-Fraktion, wie Vorsitzender Norbert Kerkhoff betont. Das Problem sei nicht so einfach zu lösen. „Wir werden da aber was auf die Reihe bekommen“, ist er optimistisch. Schon seit vielen Wochen habe er engen Kontakt zum Preußen-Vorstand. Mögliche Sponsoren seien auch schon angesprochen worden. Für die Christdemokraten ist klar: „Ja, eine Erneuerung ist notwendig. Der Verein wird sich aber miteinbringen müssen“, fordert Norbert Kerkhoff von den Preußen eine Art Muskelhypothek.

Die könnte zum Beispiel so aussehen, dass sich die Mitglieder zum Bau der neuen Duschen verpflichten. Prinzipiell sollten sich aber alle irgendwie einbringen, die die Anlage auch nutzen. Dazu würde dann auch der FC Galaxy zählen, der in Borghorst ebenfalls trainiert. Weiterhin will die CDU intensiv nach Fördermöglichkeiten für die Anschaffung eines neuen Kunstrasens suchen.

Für Kerkhoff ist weiterhin klar, dass mit einem neuen Kunstrasenplatz auch ein Signal für den Standort des Stadions gegeben wird. „Damit wird deutlich, dass die Sportanlage dort wenigstens für die nächsten 15 Jahre erhalten bleibt.“

Der fraktionslose Reinhard Froning sieht die Stadt in der Pflicht. „Sie ist jetzt nicht mehr Pächterin des Grund und Bodens, sie ist Besitzerin, sie hat das Gelände ja gekauft.“ Also müsse die Stadt auch dafür sorgen, dass dort der Spielbetrieb ordnungsgemäß ablaufen könne.

GAL, FDP und Linke waren von der Redaktion für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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