Milchtankstelle Beckmann
Weißes „Superfood“ ist sehr beliebt

Steinfurt -

Seit August 2016 betreibt die Familie Beckmann im Zuge der Direktvermarktung eine Milchtankstelle an ihrem Hof in Hollich. Für einen Euro bekommt man dort einen Liter frische und gut gekühlte Rohmilch, die von den 70 Kühen des Milchviehbetriebes stammt. Fast zwei Jahre später fällt die Bilanz positiv aus.

Mittwoch, 30.05.2018, 14:42 Uhr aktualisiert: 03.06.2018, 16:40 Uhr
Hans-Bernd und Philipp Beckmann sind mit dem Verkauf in ihrer Milchtankstelle zufrieden. Auch Gemüse vertreibt die Hollicher Landwirtsfamilie direkt.
Hans-Bernd und Philipp Beckmann sind mit dem Verkauf in ihrer Milchtankstelle zufrieden. Auch Gemüse vertreibt die Hollicher Landwirtsfamilie direkt. Foto: Claudia Mertins

Sonntagmorgen, der Frühstückstisch ist gedeckt, aber – oh Schreck – keine Milch mehr da! Für Steinfurter ist diese Situation kein echtes Problem, steht ihnen doch rund um die Uhr eine auf Knopfdruck sprudelnde Milchquelle zur Verfügung. Seit August 2016 bietet die Familie Beckmann diesen Service an ihrer Milchtankstelle in Hollich an. Für einen Euro bekommt man dort einen Liter frische und gut gekühlte Rohmilch, die von den 70 Kühen des Milchviehbetriebes stammt. Ob sie so gut schmeckt, weil die Beckmanns an den sanft abfallenden Ausläufern des Buchenberges Weidehaltung betreiben? Jedenfalls hat Philipp Beckmann den Entschluss, in die Direktvermarktung seines hochwertigen Produktes zu investieren, nicht bereut.

„Die durchschnittliche Nachfrage liegt bei rund 30 Litern Milch pro Tag, die Kunden kommen nicht nur aus den beiden Steinfurter Stadtteilen, sondern auch aus Nachbarorten“, berichtet der Landwirt, der auch Eier und saisonales Gemüse im Angebot hat. Wer erst einmal auf den ursprünglichen Geschmack der unbehandelten Milch gekommen sei, kehre immer wieder an die „Milchtanke“ zurück, weiß Beckmann aus Erfahrung. Sicher auch, vermutet er, weil die Rohmilch sich sehr gut zur Herstellung von Dickmilch, Joghurt und Käse eignet.

Am morgigen Freitag ist der Tag der Milch. Die Steinfurter Milchbauern würden ihn sicher viel freudiger begehen, wenn sie den so wertvollen Saft ihrer Kühe nicht zu Dumpingpreisen abgeben müssten. Auch deshalb hat Philipp Beckmann sich für die Direktvermarktung des weißen „Superfoods“ entschieden: Für den Liter Rohmilch bekommt er ungefähr das Dreifache des Abnahmepreises der Molkerei. Dafür braucht er aber auch jeden Morgen 45 Minuten, um die Schläuche und den Tank des Milchautomaten zu säubern und neu zu befüllen.

Professionelle Hygiene und durchgehende Kühlung auf vier Grad sind das A und O im Umgang mit der Rohmilch. Deshalb rät er den Kunden, die Milch nach dem Kauf auf dem schnellsten Weg in den heimischen Kühlschrank zu bringen und innerhalb von zwei Tagen zu verbrauchen – ob als Lait im Café, Latte im Macchiato, Milk im Shake oder auf tausendundeine andere leckere Art.

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