Jugend und Europa
Wie wichtig ist die EU?

Die Europäische Union. Jeder kennt den Begriff, weiß zumindest grob was es ist und die meisten Deutschen denken, dass es positiv ist, ein Teil der EU zu sein. Aber warum die Union gut für unser Land ist, diese Frage können längst nicht alle beantworten.

Mittwoch, 30.05.2018, 14:44 Uhr aktualisiert: 03.06.2018, 16:40 Uhr
Trotz Brexit und Finanzkrisen ist die EU für viele Jugendliche wichtig und sie ziehen eine Menge Vorteile daraus. Das reicht, um der Union gegenüber positiv gestimmt zu sein.
Trotz Brexit und Finanzkrisen ist die EU für viele Jugendliche wichtig und sie ziehen eine Menge Vorteile daraus. Das reicht, um der Union gegenüber positiv gestimmt zu sein. Foto: AFP

Häufig werden dann Begriffe wie Schengen Abkommen oder Binnenmarkt in den Raum geworfen. Wörter, die man irgendwann einmal im Politikunterricht oder den Nachrichten aufgeschnappt hat, die einem aber auch nicht mehr sagen, als dass die Politiker auf komplizierte Begriffe stehen. Für viele scheint die EU einfach weit weg.

Das ist gerade bei den jüngeren Generationen ein Problem. Obwohl im Unterricht immer öfter die Europäische Union und ihre Wichtigkeit in der heutigen globalisierten Welt behandelt wird und europaweit Austauschprogramme wie Erasmus gefördert werden, antworten viele unserer Altersgenossen auf die Frage, was die EU ausmacht mit „Keine Ahnung.“

Für unsere Generation ist ein Europa mit offenen Grenzen zur Selbstverständlichkeit geworden. Von uns ist noch niemand an der Grenze zu Holland nach seinem Pass gefragt worden. Wieso auch? Gibt es da überhaupt eine Grenze?

Das ganze hat nicht zwingend etwas mit Politikverdrossenheit zu tun, vielleicht zu einem kleinen Teil, aber viel mehr mit der Tatsache, dass wir mit der Europäischen Union aufgewachsen sind. Was für unsere Eltern und Großeltern lange fast unvorstellbar war, ist für uns Normalität. Aber gerade in Zeiten wie diesen, in denen die EU fast tagtäglich in den Medien ist und Brexit, Finanzkrisen und der Vormarsch von EU-kritischen Parteien in vielen Mitgliedsländern es der Gemeinschaft schwer machen, ist es umso wichtiger, sich daran zu erinnern, warum die Europäische Union geschaffen wurde.

Denn ein Drittel aller Europäer sind Jugendliche und wenn wir uns der Vorteile nicht bewusst sind, wird es die Union in einigen Jahren wahrscheinlich nicht mehr so geben wie wir sie kennen.

Doch sehen einige Jugendliche aus Steinfurt durchaus die Vorteile der EU. Sei es das Angebot von Aktionen oder das politische Zusammenspiel zwischen Staaten. „Durch die EU haben wir die Möglichkeit durch ganz Europa zu reisen, ohne viele Hindernisse. Das merkt man besonders wenn man zum Beispiel Interrail macht“, erzählt die 18-jährige Maya Schulte. Auch für Sarah Leve aus Steinfurt ist die europäische Gemeinschaft wichtig: „Für mich spielt die EU eine Rolle, weil ich fast überall mit dem Euro bezahlen kann und keine Zusatzkosten für das Internet anfallen.“ Melina Lassos aus Steinfurt sieht aber auch die politischen Vorteile in einer europäischen Gemeinschaft: „Ich glaube wir profitieren alle von der EU. Wenn Deutschland alleine mit Großmächten wie zum Beispiel den USA verhandeln müsste, wäre das wahrscheinlich weitaus schwieriger. Durch den Zusammenschluss vieler Länder können gemeinsame Ziele effektiver erreicht werden.“

Im Ort selber engagiert sich David Zakowicz, Vorsitzender der Jungen Union Steinfurt, für das Interesse der Jugendlichen an der EU: „Ich persönlich finde, dass Europa fast nur Positives mit sich bringt. Reisefreiheit, Uni-Wechsel dank Bologna-Reform und bei uns im Grenzgebiet zu Holland natürlich umso wichtiger, um unkompliziert shoppen gehen zu können. Die EU ist ein Produkt der Geschichte und so entstand beispielsweise die aufgeblühte deutsch-französische Freundschaft. In der Jungen Union legen wir viel Wert darauf, junge Leute für Europa zu begeistern. Wir weisen auf die Wichtigkeit der Gemeinschaft hin und versuchen dies durch Jugendarbeit und zum Beispiel Fahrten nach Brüssel zu fördern. Allerdings gibt es auch Herausforderungen wie die Flüchtlingspolitik oder das Thema innere Sicherheit, welches zur politischen Bildung dazu gehört.“

Wir gestalten die EU von morgen und sollten uns dieser Verantwortung, aber auch der Möglichkeiten, die wir dadurch haben, bewusst sein. Franka Doliner

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