Königsblaue Jungs Steinfurt
Schalke-Fanclub hat sich aufgelöst

Burgsteinfurt -

Fast 21 Jahre lang waren sie eine „verschworene Gemeinschaft“, wie es der langjährige Vorsitzende Bernd Eidhoff bei der Gründungsversammlung Anfang 1998 formulierte, jetzt jedoch ist Schluss mit der weiß-blauen Fanclub-Herrlichkeit: Der Verein „Königsblaue Jungs Steinfurt“ hat sich aufgelöst.

Sonntag, 03.06.2018, 23:00 Uhr
Erinnerung an alte Zeiten: Regelmäßig besuchten die Königsblauen Jungs die Heimspiele der Schalker, veranstalteten sogar eigene Fanclub-Turniere.
Erinnerung an alte Zeiten: Regelmäßig besuchten die Königsblauen Jungs die Heimspiele der Schalker, veranstalteten sogar eigene Fanclub-Turniere. Foto: uwa

In einer kurz gefassten Mail an die Redaktion fasste Eidhoff die Gründe für das Aus des Burgsteinfurter Knappen-Fanclubs zusammen: „Da kein Mitglied auch nach einigen Versuchen bereit war, Vorstandsarbeit zu übernehmen, sah ich mich gezwungen, den bitteren Weg der Auflösung zu gehen“, wird der Vorsitzende in der Pressemitteilung zitiert. Geschehen während der Hauptversammlung im Mai im Hotel zur Lindenwirtin. Inzwischen ist die Löschung aus dem Vereinsregister vollzogen, wie Eidhoff auf Nachfrage mitteilte.

Für den 76-jährigen Mitbegründer ist die Auflösung eine bittere Pille. „Das hat sehr weh getan“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. Vor anderthalb Jahren hatte der Burgsteinfurter den Vorsitz, den er bereits zu Beginn der Clubgeschichte viele Jahre inne hatte, nochmals übernommen, weil es schon zu der Zeit kriselte. Aus Alters-, aber auch aus gesundheitlichen Gründen wollte er nun aber nicht mehr weitermachen. „Irgendwann müssen auch mal Jüngere ran“, macht er deutlich.

Seine Hochzeit erlebte der Fanclub „Königsblaue Jungs“ etwa bis Ende der Nuller-Jahre. Regelmäßig besuchten die Schalke-Anhänger die Spiele der Knappen, veranstalteten Fanclub-Turniere und organisierten Ausflüge oder Feiern. Das Vereinsleben blühte. Das spiegelte sich auch in der Mitgliederzahl wieder: Waren es zur Gründung elf Personen, gehörten dem Verein Mitte der Nuller-Jahre fast 150 Mitglieder an. „Zuletzt waren es noch 34“, weiß Eidhoff, der auch seinen Vorgängern im Amt eine Mitschuld an der Entwicklung anlastet. „Wir waren einfach keine verschworene Gemeinschaft mehr“, so das Fazit des Mitbegründers.

In Steinfurt hält damit nur noch der Fanclub Blau-Weiß Borghorst die Fahne der Knappen hoch. In Burgsteinfurt trägt die blau-weiße Anhängerschaft Trauerflor – und das im sportlich erfolgreichsten Vereinsjahr der Schalker seit langem.

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