Bodybuilderin Elsa Baving
Keine halben Sachen

Borghorst -

Halbe Sachen? Nicht mit Elsa Baving. Ganz oder gar nicht. Und dann schauen, wie weit einen der volle Einsatz bringt, das ist die Devise der 22-jährigen Borghorsterin. „Ich will wissen, wie weit ich gehen kann, wo meine Grenzen sind“, sagt die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Die Lebenseinstellung zeigt Erfolg. Vor wenigen Wochen schnappte sie sich nach nicht einmal einem Jahr Wettkampftraining den Pokal für die NRW-Meisterschaft im Bodybuilding, Bikiniklasse.

Sonntag, 03.06.2018, 16:40 Uhr
Jeden Tag drei Stunden ins Fitness-Studio: Für Elsa Baving keine Quälerei, sondern Spaß.
Jeden Tag drei Stunden ins Fitness-Studio: Für Elsa Baving keine Quälerei, sondern Spaß. Foto: ar

Halbe Sachen? Nicht mit Elsa Baving. Ganz oder gar nicht. Und dann schauen, wie weit einen der volle Einsatz bringt, das ist die Devise der 22-jährigen Borghorsterin. „Ich will wissen, wie weit ich gehen kann, wo meine Grenzen sind“, sagt die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Die Lebenseinstellung zeigt Erfolg. Vor wenigen Wochen schnappte sie sich nach nicht einmal einem Jahr Wettkampftraining den Pokal für die NRW-Meisterschaft im Bodybuilding, Bikiniklasse. Mit ihrer Einstellung ist klar: Das ist es noch nicht gewesen. Die Extremsportlerin schielt bereits nach einer Profi-Karriere.

Drei Stunden stemmt Elsa Baving täglich für ihren Traum Gewichte, trainiert Ausdauer. Sieben Tage die Woche. Das Borghorster Elan-Fitnessstudio ist ihr zweites Zuhause. Aber mit diesem Mammut-Programm ist es lange nicht getan. „Wenn Du nicht die Ernährung zu 100 Prozent auf den Sport abstimmst, kann es nix werden“, weiß die Bodybuilderin. Zigaretten und Alkohol? Elsa Baving winkt entsetzt ab. „Das schmeißt dich im Training weit zurück.“ Was sie isst und wie sie es mit Nahrungsergänzungsmitteln kombiniert, darüber schweigt sich die Athletin aus. „Das hat mein Trainer Marius Brühl für mich ausgeklügelt. Ich will der Konkurrenz ja keine Tipps geben.“

Für einen Freund bleibt da keine Zeit. „Oder du musst jemanden finden, der selbst Bodybuilder ist.“ Das zeitintensive Training, die Entbehrungen vor den Wettkämpfen. „Da muss jemand Verständnis für haben.“

In der Familie und bei den „wenigen, aber richtigen Freunden“ bekommt sie das. „Meine Eltern waren erst skeptisch. Als meine Mutter das erste Mal bei einem Wettkampf mit dabei war, da war auch sie begeistert“, erzählt die 22-Jährige, die nebenbei auch noch Fitnesstrainerin ist.

Vor nicht einmal vier Jahren hat es sie gepackt. Auf einer Autofahrt nach Köln kam sie mit einem Freund ins Gespräch über Bodybuilding. „Der wollte damals anfangen und kannte einen Trainer. Den habe ich noch unterwegs angerufen und alles klar gemacht. „Das war die beste Entscheidung meines Lebens“, ist die Borghorsterin überzeugt. Zuvor hatte sie dies und das, Tanzen und Karate, ausprobiert.

Ihr ist schon klar, dass es kaum eine Sportart gibt, die so mit Vorurteilen behaftet ist wie ihre. Das stört sie aber nicht. „Ich selbst habe für mich entschieden, dass ich absolut sauber bleiben will.“ Doping oder sich operieren zu lassen, das kommt für Elsa Baving nicht in Frage. „Damit schädigst Du deinen Körper. Die Folgen sind unabsehbar. Was nicht heißt, dass sie in ihren Sport nicht investiert. „Da stecke ich alles rein, was ich habe.“ Die Nahrungsergänzungsmittel sind nicht billig. Und erst die Bikinis, mit denen sie vor die Wettkampfjury tritt. Die sind maßgeschneidert, mit echten Swarovski-Steinen besetzt und kosten schnell 600 Euro.

Jeden Tag für drei Stunden ins Fitness-Studio – kann das noch Spaß machen? Elsa Baving nickt entschieden. „Ich kann es kaum erwarten, bis es losgeht. Das liege auch an der familiären Atmosphäre im „Elan“. „Das ist wirklich toll.“ Sportlich ging es nach dem Sieg der NRW-Meisterschaft bereits eine Woche später zu den Deutschen Meisterschaften. „Dort wollte ich bloß nicht letzte werden.“ Hat Elsa Baving geschafft, natürlich und ganz locker. Sie ging als zwölfte von der Bühne. Jetzt geht es um die WM-Qualifikation. Und dann die Profi-Karriere? „Ich werde nicht eher aufhören, bis ich es geschafft habe.“

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