Opernabend im Arnoldinum
Musikalischer Marathon

Burgsteinfurt -

Alle Achtung: Das war ein echter musikalischer Marathon in der Aula des Gymnasiums Arnoldinum am Sonntagabend. Dem Motto „Ich lade mir gern Gäste ein“ aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss (Sohn) waren rund 150 erwartungsfrohe Neugierige gefolgt. Immerhin galt es zu ergründen, an was sich das „Opernensem-ble Westmünsterland“ im Kulturforum Steinfurt (mit Peter Nagy als einem von vielen Unterstützern) diesmal herangewagt hatte.

Montag, 25.06.2018, 13:22 Uhr aktualisiert: 28.06.2018, 14:10 Uhr
Der Opernabend fand unter Bühnenbedingungen statt. Die Sängerinnen und Sänger traten in historischen Kostümen vor das Publikum und agierten sowohl bei Mozarts „Cosi fan tutte“ als auch bei der „Fledermaus“ von Johann Strauss absolut professionell. Das Publikum bedankte sich mit Szenenapplaus für die Leistungen.
Der Opernabend fand unter Bühnenbedingungen statt. Die Sängerinnen und Sänger traten in historischen Kostümen vor das Publikum und agierten sowohl bei Mozarts „Cosi fan tutte“ als auch bei der „Fledermaus“ von Johann Strauss absolut professionell. Das Publikum bedankte sich mit Szenenapplaus für die Leistungen. Foto: Martin Fahlbusch

Genau genommen waren es zwei kulturelle Halbmarathons vor und nach der Pause. Mit dem pfiffigen Titel war „Die Fledermaus“ im zweiten Teil gesetzt. Weniger sektselig kam da Wolfgang Amadeus Mozarts „Cosi fan tutte“ daher. Gleich den gesamten zweiten Akt sangen und spielten sieben Gesangssolisten und der Chor „Venestra musica“ aus Nordwalde notensicher, stimmlich präsent und im jeweiligen Genre kostümiert – also unter echten Bühnenbedingungen. Und mit gleichem Elan und bemerkenswerten Fertigkeiten stellte man sich auch Johann Strauss. Und dass, obwohl – sieht man von einigen eher professionellen Protagonisten der Musikschule Steinfurt ab – hier wackere Laien agierten – mit erstaunlichem Können und Präsenz.

Drei wichtige Grundentscheidungen hatte der künstlerische Leiter Arndt Winkelmann vom Kulturforum getroffen. Er und seine Kollegin Gisela Schweppen­stedde-Türk gaben Stefanie Bußkömming, Julia Oelgeklaus, Gabriele Wasmer, Wilfried Stening und Josef Bosch gesangliche und schauspielerische Schützenhilfe. Zudem sorgten die Chorsängerinnen und -sänger unter ihrem umsichtigen, meist hinter einem rückwärtigen Vorhang verborgenen Dirigenten Thorsten Schlepphorst für einen erstaunlich sicheren und eben auch schauspielerisch agierenden Rahmen – ein sicheres Korsett allemal. Egal, ob es um die Irrungen und Wirrungen der auf die Probe gestellten Liebespaare bei Mozart oder die schrulligen Verwechslungskomödie beim Fest von Prinz Orlovsky bei Johann Strauss ging. Und dann war da noch Seong-Hwa Kim als kundige Korrepetitorin am Konzert-Flügel, die man zumeist zwar nicht bei ihrer Tastenarbeit beobachten, aber ihr ordnendes Spiel akustisch bewundern konnte. Diese gut überlegten Konstellationen wiederum halfen den übrigen Solisten, trotz der stimmlich ganz unterschiedlichen Herausforderungen à la Mozart oder Strauss, die musikalischen und eben auch mimischen Aufgaben ganz prima zu bewältigen. Mozart piesackt Fiodiligi (Stefanie Bußkönig) und Dorbella (Julia Oelgeklaus) und ihre sie auf die Probe stellenden Partner Ferrando (Wilfried Stening) und Gugliemo (Josef Bosch) nämlich ganz ordentlich in Einzelarien, Duetten, Terzetten, Quartetten und im Finale mit allen Akteuren. Da mussten Sehnsucht, Verspieltheit, Entsetzen und die auf die getestete Treue eben auch in der musikalischen Dramaturgie von Wolfgang Amadeus Mozart und seinen musikalischen Bewährungsproben gesanglich gekonnt geführt und stimmlich exakt bestanden werden.

Natürlich stockte hier wie später bei der Strauss-Operette der Handlungsfluss mitunter, weil man sich immer wieder neu sammeln musste. Und auch der zweite Akt aus der „Fledermaus“ war alles andere als leichte Kost – und zwar für alle Beteiligten.

Um so verdienter war der lange Schlussapplaus. Im Laufe des Abend entpuppte sich das Publikum als echter Motivator für die „Laienkünstler“, da es die Arien und Auftritte stets mit anspornendem Beifall versah.

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