Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept
Nicht nur Schlüssel zum Tresor

Steinfurt -

Es ist wie ein Schlüssel zum Geldschrank – aber nicht nur: Ohne ein – welch schwieriges Wortgeflecht – Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept gibt es von der öffentlichen Hand keine Zuschüsse für eine Aufwertung der Innenstädte. Für den Technischen Beigeordneten Hans Schröder ist es aber noch viel mehr. „Es muss ein Werkzeug für jeden Tag werden, mit dem alle arbeiten können.“ Darum soll so ein Maßnahmenkatalog in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Der Wirtschaftsförderungsausschuss wird Mittwochabend über das Thema beraten. Der Startschuss ist mit einer Ausschreibung aber schon gefallen. Hans Schröder: „Wir sind im Verfahren.“

Dienstag, 26.06.2018, 16:54 Uhr
Lebendig sieht anders aus: Wie die Innenstädte wieder interessant für Besucher gemacht werden können, soll in einem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ dargestellt werden.
Lebendig sieht anders aus: Wie die Innenstädte wieder interessant für Besucher gemacht werden können, soll in einem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ dargestellt werden. Foto: Axel Roll

Nachbargemeinden wie Nordwalde und Altenberge machen es vor: Die Orte wollen sich aus diesem Förderprogramm die Neugestaltung der Ortskerne mitfinanzieren lassen. 23 Millionen Euro sind in den vergangenen sechs Jahren in den Kreis Steinfurt geflossen. Steinfurt möchte jetzt auch ein Stück vom Kuchen abbekommen. Denn zu tun gibt es in Borghorst wie in Burgsteinfurt eine Menge.

Ein bisschen gedulden müssen sich die Steinfurter allerdings schon noch. Ein Jahr und 50 000 Euro werden für so ein Konzept wohl benötigt, schätzt die Verwaltung. Genau weiß es Hans Schröder aber nicht. „Was es schwierig macht ist der Umstand, dass in dem Konzept zwei Zentren, die von Borghorst und Burgsteinfurt, betrachtet und die Inhalte aufeinander abgestimmt werden müssen.“ Die Arbeit übernimmt ein Planungsbüro, das von der Stadt noch beauftragt werden muss. Erste Bewerbungen liegen aber vor.

Wie wichtig es ist, die Innenstädte fit für die Zukunft zu machen, stellt die Industrie- und Handelskammer immer wieder heraus. Gerade erst hat sie in einer Broschüre, die den Kommunen bei der Überarbeitung ihrer Einzelhandelskonzepte helfen soll, die Bedeutung funktionierender Innenstädte betont. Es bestehe „ein öffentliches Interesse, dass Innenstädte und Ortskerne mit vielfältigen Versorgungsstrukturen sowie attraktiven Dienstleistungs-, Gastronomie- und Freizeitangeboten erhalten bleiben“.

In so einem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ geht es hingegen nicht nur um die wirtschaftlichen Aspekte wie den Einzelhandel. In dem Papier sind die Städte aufgefordert darzustellen, wie sie den unterschiedlichsten Themenfeldern entgegentreten, die zu einer Verödung der Ortskerne führen. Ein typisches Beispiel für Borghorst wäre die Emsdettener Straße. Einst florierende Shopping-Meile, heute die Ecke mit der größten Leerstandsdichte, in der mittlerweile schon wieder das Wohnen im Erdgeschoss erlaubt ist.

Damit das Konzept wirklich als Tresoröffner und Planungswerkzeug dienen kann, muss es nach bestimmten Regeln aufgestellt werden. Es wird zu Beginn eine Stärken-Schwächen-Analyse erstellt, daraus werden Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur abgeleitet. Am Ende müssen diese priorisiert werden. Bei der ersten Diskussion über das Konzept im vergangenen Jahr hatte die Politik mehrheitlich Zustimmung signalisiert.

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