Verlängerung im Prozess gegen einen Drogendealer aus Burgsteinfurt
Auch harte Drogen „auf der Platte“ verkauft

Steinfurt/Münster -

Im Verfahren um den angeklagten Drogenhändler in der Hochhaussiedlung an der Ochtruper Straße in Burgsteinfurt (wir berichteten) war für den gestrigen Donnerstag der Urteilsspruch vorgesehen.

Donnerstag, 28.06.2018, 14:32 Uhr aktualisiert: 28.06.2018, 16:04 Uhr

Im Verfahren um den angeklagten Drogenhändler in der Hochhaussiedlung an der Ochtruper Straße in Burgsteinfurt (wir berichteten) war für den gestrigen Donnerstag der Urteilsspruch vorgesehen. Nun wurde am Landgericht aber erneut ein ehemaliger Konsument vernommen, der in seiner ersten Aussage gelogen haben könnte. Der 33-Jährige war aus einer stationären Entgiftung von der Polizei zum Landgericht gebracht worden. Auf der Rückfahrt zur Klinik soll er den Kriminalbeamten gesagt haben, der angeklagte Bewohner aus der Hochhaussiedlung habe auch harte Drogen „auf der Platte“ hinter dem Bahnhof in Münster verkauft. Eine Weile habe er dem aus Togo stammenden Bewohner in Burgsteinfurt „beim Verpacken“ geholfen.

Weil der 33-Jährige das vorher verschwiegen hatte, wurde er nun, nach vierwöchiger Entgiftung, in Haft genommen, um nicht untertauchen zu können. Den Richtern erklärte er sein Schweigen damit, dass er „Angst“ vor dem Togoer und etwaigen Hintermännern auch der beiden angeklagten Albaner habe. „Ich weiß nicht, wer da hinter hängt“, sagte er. „Ich hab‘ einfach Schiss, was auf die Fresse zu kriegen.“ Dem Togoer sei einmal Geld gestohlen worden. „Er hat dann auf der Platte in Münster fünf Gramm Koks Kopfgeld auf mich ausgesetzt, damit sie mich ausliefern.“ Daraufhin sei er für drei Monate in den Niederlanden untergetaucht.

Das Urteil soll nun am 5. Juli verkündet werden.

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