Blau-Gelber Salon der Soroptimistinnen in der Bagno-Konzertgalerie
Musikalisch und spendenfreudig

Burgsteinfurt -

Was war das für ein entspannter und angenehmer Freitagabend in der Konzertgalerie, als man bei den Farben Blau und Gelb nicht sofort an Nationaltrikots der aktuellen Fußball-Weltmeisterschaft denken musste.

Sonntag, 01.07.2018, 22:00 Uhr
Die Pianistin Sandra Urba und die Sopranistin Anna Sophie Brosig bestritten den musikalischen Abends. Anna Sophie Brosig machte mit der Wahl ihrer Kleider die unterschiedlichen Schwerpunkte deutlich.
Die Pianistin Sandra Urba und die Sopranistin Anna Sophie Brosig bestritten den musikalischen Abends. Anna Sophie Brosig machte mit der Wahl ihrer Kleider die unterschiedlichen Schwerpunkte deutlich. Foto: Martin Fahlbusch

Nichts gegen die Samba-Kicker aus Brasilien, die in diesen Farben der Lederkugel nachjagen, aber die Damen des Club Münsterland-West der Soroptimistinnen, die zu diesem farbigen Salon eingeladen hatten, standen den Ballkünstlern in Sachen Klugheit, Charme, Spielwitz und Ideen wohl kaum nach.

Dieses einzigartige Netzwerk berufstätiger Frauen setzt sich in rund 132 Ländern für Menschenrechte, Bildung, Gesundheit, Umwelt, Frauenrechte und internationale Freundschaft ein. Wie am Freitag die Sous-Chefin der West-Münsterländerinnen, Anne Reinke, in ihrer Begrüßung hervorhob, unterstützt ihre Frauschaft die Stiftung „steps for children“ und regional die Aktionen von Lese- und Sprachpatenschaften und lud zum Mitmachen ein. Damit war sie auch gleich bei der besonderen Mischung des Blau-Gelben Salons, der seine zwölfte Auflage erlebte.

Die Soroptimistinnen organisierten diesmal einen hochwertig besetzten Liederabend mit der Sopranistin Anna Sophie Brosig und der Pianistin Sandra Urba und gleichzeitig wurden die Gäste nicht nur freundlich willkommen geheißen und in der Pause allerfeinst mit kleinen Speisen und Getränken versorgt – nein, man ließ die Spendenbox kreisen und verkaufte kleine schmackhafte Überraschungen. So verband man Konzertgenuss in der ausverkauften Bagnogalerie mit anregenden Gesprächen und Unterstützung der genannten sozialen Projekte.

Dies war wieder ein Dreiklang der besonderen Art, bei dem sich auch der Sommer von seiner großzügigen Seite zeigte und den Konzertsaal im Steinfurter Wald in seinen vielfältigen Facetten wunderbar erleben ließ.

Die beiden Künstlerinnen begannen den Abend mit schönen, aber eben auch schön-schwermütigen Liedern aus der Feder von Robert Schumann, zumeist nach Texten von Joseph von Eichendorff.

Hier wird die romantische Grundstimmung immer von Liebe, Hoffnung aber eben auch von Scheitern und Todessehnsucht durchzogen. Der klare und präzise geführte Sopran und die nie übertriebene Stimmdramaturgie von Anna Sophie Brosig, der man vielleicht etwas mehr Glanz wünschen würde, bildeten diese kompositorischen Ideen sehr eindrucksvoll und stimmstark ab.

Schaut man in die Partituren von Robert Schumann, so wird sofort klar, dass in seinen Kunstliedern dem Klavier nicht nur eine begleitende Funktion zugewiesen wird. Die Eigenständigkeit dieses Parts bewältige und gestaltete Sandra Urban mit feinem Anschlag und aufmerksamer Spielkultur.

Besonders überzeugend gelang den beiden exzellenten Musikerinnen das atmosphärisch dichte Lied „Mondnacht“ aus dem Liederkreis op. 39.

Nach einer ausgreifenden, kulinarisch abwechslungsreichen und spendenfreudigen Lang-Pause markierte Felix Mendelssohn-Batholdys herrliches Werk „Auf den Flügeln des Gesangs“ op. 19/2 einen durchgreifenden musikalischen Genrewechsel.

Auch durch den Kleiderwechsel vom gedeckten Blau vor der Pause zum eher kecken Rot hatte Anna Sophie Brosig nun auch optisch die schwungvollere Konzerthälfte optisch eingeläutet, die mit koketten südamerikanischen Operettenarien auch das Publikum zum Mitschwingen durch schauspielerische Augenzwinkereien zu animieren suchte.

Der reichhaltige Applaus über den ganzen Abend hinweg und ein fast jazzig-souliges „Hey, big spender“ zum Schluss dokumentierten, dass Festliches, Feines und Vernünftiges im Gelb-Blauen-Salon der Soroptimistinnen Münsterland-West in besten Händen sind.

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