Dealer-Trio vor dem Landgericht
Sieben Jahre Haft für Haupttäter

Steinfurt/Münster -

Zu sieben Jahren Gefängnis hat das Landgericht den Haupttäter eines Dealer-Trios aus Steinfurt verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts haben der Albaner, sein Bruder und ein Mann aus Togo in der Hochhaussiedlung an der Ochtruper Straße und im Stadtgebiet mit Heroin, Kokain und Crack gehandelt.

Samstag, 07.07.2018, 11:00 Uhr
Dealer-Trio vor dem Landgericht: Sieben Jahre Haft für Haupttäter
(Symbolfoto) Foto: colourbox.de

Die Männer im Alter von 26, 29 beziehungsweise 40 Jahren wurden wegen „bandenmäßigen und bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln“ im vergangenen Jahr in mindestens 108 Fällen belangt – der Bruder des Haupttäters wegen Beihilfe zu drei Jahren und neun Monaten Haft und der Togolese, ebenfalls wegen Beihilfe, zu drei Jahren. Der als Migrant nach Deutschland gekommene Mann muss auch eine Entzugstherapie in einer geschlossenen Einrichtung machen, um von seiner Marihuana-Sucht herunterzukommen.

Hauptumschlagplatz für die Drogen war demnach die Wohnung des Afrikaners im sogenannten Y-Haus in Burgsteinfurt. Der Haupttäter beschaffte die Drogen aus den Niederlanden und verkaufte auch an öffentlichen Plätzen. Zudem schickte er „Kunden“ zum Y-Haus, die dort „zum gleichen Preis“ und „mit den gleichen Bedingungen“, wie es hieß, Stoff bekommen konnten.

Richter und Wachtmeister angepöbelt

Die Kriminalpolizei Steinfurt hatte dem Kopf der Bande zwei Beschaffungsfahrten nachgewiesen: Einmal wurden unter anderem 90 Gramm Heroin in seinem Golf sichergestellt, ein anderes Mal knapp 200 Gramm Heroin und über 280 Kokain beziehungsweise Crack. Als Tarnung hatte der Albaner seinen Wagen auf einem Parkplatz in Losser abgestellt und ließ ihn von einem Abschleppdienst über die Grenze bringen. Doch die zweite Aktion war von der Polizei observiert worden.

Der Fahrer und der Dealer, der mit im Führerhaus saß, wurden festgenommen. Wenige Tage später stellte sich der Togolese der Polizei, nachdem er erfahren hatte, dass er per Haftbefehl gesucht wurde.

Für Tumult im Gerichtssaal sorgte während der Urteilsverkündung erneut der Bruder des Haupttäters. Er war an einem der letzten Verhandlungstage „wegen Verdunkelungsgefahr“ in Haft genommen worden. Daraufhin warf er einen Tisch um und pöbelte Richter und Wachtmeister an. In einem Brief an das Gericht entschuldigte er sich später dafür. Als die Strafkammer nun erklärte, dass der Haftbefehl gegen ihn „wegen Fluchtgefahr“ bestehen bliebt, schrie er den Vorsitzenden Richter an, ob der ihn „verarschen“ wolle .

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