Mo., 09.07.2018

Wasserknappheit in der Stadt Laub fällt schon im Sommer

Mit Wasser aus dem Hydranten wurde dem Regenrückhaltebecken an der Burgsteinfurter Straße neues Leben eingehaucht. Die Trockenheit macht sich aber mittlerweile an vielen Stellen in der Stadt bemerkbar.

Mit Wasser aus dem Hydranten wurde dem Regenrückhaltebecken an der Burgsteinfurter Straße neues Leben eingehaucht. Die Trockenheit macht sich aber mittlerweile an vielen Stellen in der Stadt bemerkbar. Foto: Axel Roll

Steinfurt - 

Das war Rettung in letzter Minute. Den Karpfen im Regenrückhaltebecken an der Burgsteinfurter Straße drohte die Luft auszugehen. Der Wasserstand war schon so weit abgesunken, dass die größeren Fische rückenfrei durch die grüne Brühe schwammen. Ein C-Rohr des städtischen Bauhofs brachte am Wochenende Erleichterung. Munter sprudelte einen ganzen Tag lang frisches Wasser in den Tümpel, die Erstickungsgefahr für die Tiere im Wasser war damit gebannt.

Von Axel Roll

So dramatisch wie an der Burgsteinfurter Straße macht sich die Trockenheit nicht überall bemerkbar. Aber egal, ob Kläranlage, städtische Grünanlagen oder Fußballplätze: „Wir müssen überall mit dem Wasser haushalten“, betont Tiefbau-Fachdienstleiter Wolfgang Spille.

Das alte Regenrückhaltebecken nahe des Rings ist ein Sonderfall. „Es ist 40 Jahre alt und muss dringend ausgekoffert werden“, erläutert Spille.

Das Laub, das jedes Jahr ins Wasser fällt, hat den Wasserspiegel von eineinhalb Metern Tiefe auf zehn Zentimeter fallen lassen. Der Fachdienstleiter: „Das Ausbaggern werden wir im nächsten Jahr in Angriff nehmen.“ Zuvor hatten die Kanalbauexperten im Rathaus erst einmal nachgerechnet, ob das Becken als Puffer bei heftigen Regenfällen überhaupt noch benötigt wird.Eindeutige Antwort: Das Kanalnetz in Borghorst kann auf den Zwischenspeicher nicht verzichten. „Darum planen wir bereits jetzt Mittel für den Haushalt 2019 ein“, so Wolfgang Spille.

Die Wasserarmut macht sich auch an anderen Stellen im Steinfurter Kanalnetz bemerkbar. So müssen die Rathaus-Mitarbeiter in den Klärwerken zum Beispiel genau darauf achten, das ganze System nicht trocken zu fahren. Das hätte fatale Auswirkungen, würden doch dann zum Beispiel die herangezüchteten Bakterienstämme in den Klärbecken absterben.

Darum fließt im Augenblick das Wasser langsamer von Reinigungsstufe zu Reinigungsstufe. Die fehlende Feuchtigkeit ruft inzwischen die Kehrmaschinen verstärkt auf den Plan. Die müssen herabfallendes Laub von den Straßen fegen. „Durch die Trockenheit fällt es schon wie im Herbst“, weiß Wolfgang Spille.

Derzeit sind die Probleme durch den fehlenden Regen in der Stadt immer noch alle beherrschbar, betont der Fachdienstleiter. „Da sieht das bei den Landwirten schon ganz anders aus“, betont Wolfgang Spille. So erhalte er in diesen Tagen immer wieder Anfragen von Bauern, die Wasser zum Sprengen ihrer Felder aus den Bächen und Gräben entnehmen möchten. „Aber nicht dürfen“, wie Spille bedauert. „Wir müssen solche Anfragen immer ablehnen.“

Wie es weitergehen soll? Der städtische Tiefbauexperte kann es nicht sagen. „Der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. Der Klimawandel hat uns offensichtlich voll im Griff.“



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