Di., 17.07.2018

Ministerin Karliczek in der FH Entspannter „Besuch in der Heimat“

Strahlende Gesichter beim Besuch in der FH (v.l.): Michael Hans, Richard Sievers, Siegfried Hartmann (alle Firma Empac), Sascha Wagner, Jürgen Gröninger (beide FH), Ministerin Anja Karliczek, Prof. Dr. Ute von Lojewski (FH-Präsidentin) sowie Anika Kirschstein und Dr. Thomas Kathöfer vom Projektträger Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF).

Strahlende Gesichter beim Besuch in der FH (v.l.): Michael Hans, Richard Sievers, Siegfried Hartmann (alle Firma Empac), Sascha Wagner, Jürgen Gröninger (beide FH), Ministerin Anja Karliczek, Prof. Dr. Ute von Lojewski (FH-Präsidentin) sowie Anika Kirschstein und Dr. Thomas Kathöfer vom Projektträger Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF). Foto: Ralph Schippers

Steinfurt - 

Hoher Besuch in der Fachhochschule: Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, schaute gestern auf dem Campus Steinfurt vorbei. Anlass war ein mit Bundesmitteln gefördertes Projekt, dass das Laserzentrum der FH gemeinsam mit dem mittelständischen Unternehmen Empac aus Emsdetten erfolgreich durchgeführt hatte. Die Ministerin ließ sich die Innovation erklären und schaute auch in anderen Fachbereichen vorbei.

Von Ralph Schippers

Um kurz nach 9 Uhr fährt er auf dem Campus vor, der dunkle BMW mit BN-Kennzeichen. Heraus steigt mit einem Lächeln auf den Lippen Anja Karliczek. Die Bundesbildungsministerin wirkt entspannt, unaufgeregt – und in freudiger Erwartung dessen, was der Tag ihr bringt. „Schön, dass ich mir mal Bildung und Forschung an einer Hochschule in der Heimat anschauen kann“, wird die Brochterbeckerin später sagen. Zunächst indes steht die Begrüßung an: Jürgen Gröninger vom Laserzentrum Steinfurt und Michael Hans von der Firma Empac aus Emsdetten gehören dazu, aber auch Ute von Lojewski, Präsidentin der FH. So oft kommt es schließlich auch nicht vor, dass eine Bundesministerin die Hochschule besucht. An diesem Dienstag ist es soweit – und alle Beteiligten sind sichtlich erfreut darüber.

Flugs geht es sodann in den Hörsaal am Grips I, in dem die Verantwortlichen von Laserzentrum und der kooperierenden Firma Empac eine Innovation vorstellen, die vom Bund im Rahmen des „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand“ (ZIM) gefördert worden ist. Es geht um ein Laserverfahren, das es dem Hersteller von Folienbehältern für Schüttgüter ermöglicht, künftig beim Befüllen seiner von ihm produzierten Big Bags der elektrostatischen Aufladung und damit der Gefahr möglicher Explosionen zu entgehen.

Die Ministerin hört den Ausführungen von Firmenvertreter Siegfried Hartmann sowie FH-Mitarbeiter Sascha Wagner, der die wissenschaftlichen Grundlagen erläutert, aufmerksam zu. Am Ende der Vorträge gibt‘s ein Lob: „Das war auch für mich als Laie sehr verständlich.“

Das neu entwickelte Verfahren der „Laserperforation von Multilayerfolien“ ist ein Vorzeigeprojekt der FH, was die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen anbetrifft. Die Anlagetechnik ist komplett an der FH entwickelt worden, ein Patent ist bereits angemeldet. Für Empac ist es eine Innovation, die es dem Unternehmen erlaubt, neue Produkte auf den Markt zu bringen. „Wir erwarten in den kommenden Jahren Umsatzsteigerungen von bis zu 25 Prozent“, berichtet Siegfried Hartmann.

Sätze, die die Bildungsministerin gerne hört. Für sie ist es ein gutes Beispiel dafür, wie man durch „Tüfteln“, dieses Wort gebraucht die CDU-Politikerin ganz bewusst, zum Erfolg kommen kann. „Da machen uns zum Beispiel die Amerikaner einiges vor“, hat die Parlamentarierin festgestellt. In Deutschland sei der Fokus zu sehr auf ein mögliches Scheitern gerichtet. Die Ministerin fordert in Forschung und Entwicklung ein Umdenken, spricht von einem „Kulturwandel“, der notwendig sei.

Um den Herausforderungen der Zukunft mit der immer weiter fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung begegnen zu können, sei zudem eine enge Verzahnung von Hochschulen und Wirtschaft unabdingbar. Nur so könne die derzeit hohe Wirtschaftskraft des Landes weiter gesichert werden. Die FH sei disbezüglich auf dem richtigen Weg. Der Prozess der industriellen Wertschöpfung müsse dabei schnell getaktet sein, wolle man gegen Konkurrenten wie zum Beispiel China auf dem Weltmarkt behaupten. Ihr Ministerium arbeite intensiv daran, die nötigen Rahmenbedingungen dafür zu setzen. Als Beispiele nennt die Ministerin die Etablierung einer „Agentur für Sprunginnovationen“ und die Erarbeitung einer Strategie zum Thema „Künstliche Intelligenz“ auf europäischer Ebene.

Spricht‘s und lässt sich auf einem folgenden Rundgang durch das Laserzentrum die Anlagentechnik in der Praxis erklären. Anschließend schaut die Ministerin auch noch am Fachbereich Chemieingenieurwesen vorbei, um sich über aktuelle Forschungsprojekte zu speziellen Leucht- und Farbpigmenten für die LED-Technik zu informieren. Erst dann steigt sie wieder in ihre Dienstlimousine. Ganz entspannt – wie das bei Terminen in der Heimat so ist.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5913579?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F