Mi., 18.07.2018

Spendenaktion ins Stocken geraten Rückkehr in die Öffentlichkeit: Wo wird das Stiftskreuz künftig ausgestellt?

Da sollte es eigentlich mal hin: Mittlerweile ist aber nicht mehr so klar, ob das Stiftskreuz einen Platz in der Stiftskammer findet.

Da sollte es eigentlich mal hin: Mittlerweile ist aber nicht mehr so klar, ob das Stiftskreuz einen Platz in der Stiftskammer findet. Foto: Axel Roll

Borghorst - 

Es war der ganz große Aufschlag. Pressekonferenz in der Nikomedeskirche. Mit Landrat Dr. Klaus Effing und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sowie Pfarrer Markus Dördelmann als Gastgeber. Dazu Rollplakate und Werbekärtchen in auffälligem Blau. Slogan: „Es ist ein Kreuz“. Danach wurde es allerdings ruhig um die Spendenaktion, mit der der neue, diesmal wirklich diebstahlsichere Aufbewahrungsort für das Stiftskreuz finanziert werden sollte...

Von Axel Roll

Es ist die Ruhe vor dem Sturm, verspricht Pfarrer Markus Dördelmann: „Nach den Ferien können wir endlich in die Vollen gehen.“ Zahlreiche Abstimmungsgespräche mit den Versicherungen auf der einen und dem Bistum auf der anderen Seite seien verantwortlich dafür, dass sich die Gemeinde zwischenzeitlich beim Werben um Spenden in Zurückhaltung geübt habe.

Bei dem „Bemühen um die beste Lösung“, so Dördelmann ist für die Aufbewahrung des Kirchenschatzes eine weitere Alternative entwickelt worden. Beim Start der Spendenaktion war eigentlich klar, dass das Reliquiar in die Stiftskammer kommt und durch ein einzubauendes Panzerglasfenster links neben dem Altar für die Kirchenbesucher sichtbar gemacht wird.

„Wir diskutieren jetzt allerdings auch ein Tresormodell“, erläuterte Dördelmann auf Anfrage. Die Stiftskammer-Lösung hätte 160.000 Euro gekostet, bei dem Tresor stehen andere Summen im Raum. Das müsse den Spendern einleuchtend erklärt werden, ehe es weitere Spendenaufrufe gebe. Dördelmann hofft, dass schon bald eine Entscheidung für die eine oder die andere Variante fällt.

Aufbewahrungsort muss fertiggestellt werden

Fest steht aber wohl, dass das Stiftskreuz nicht mehr in diesem Jahr, dem Jahr des Stiftsjubiläums, zurück nach Borghorst kommt. Genauso sicher ist aber, dass das durch den Diebstahl und das Wiederauffinden noch viel bekannter gewordene Kunstwerk auf Dauer in Borghorst bleiben soll. Wie eine Anfrage beim Bistum ergab, „gibt es selbstverständlich das Borghorster Stiftskreuz zurück, sobald der Aufbewahrungsort fertig ist“, so Generalvikar Dr. Norbert Köster.

Fotostrecke: Die spektakuläre Rückkehr des Stiftskreuzes

Der stellt aber ebenfalls klar, dass die Finanzierung Sache des Eigentümers, also der Pfarrgemeinde sei. Der Standort des Kreuzes soll „in die Gesamtkonzeption der Kirchenrenovierung eingebunden werden“, so der Generalvikar. Gleichwohl könne es aber vor dem eigentlichen Umbau zurück nach Borghorst kommen.

Kunstkommission berät Pfarrei

Eingebunden in die Gespräche ist die Kunstkommission des Bistums. Vertreter waren vor Ort und haben sich die Möglichkeiten für eine Präsentation angeschaut. „Die Kommission berät und unterstützt die Pfarrei, sie entscheidet aber nicht“, betont das Bistum.

Bislang liegen 35 000 Euro im Spendentopf der Gemeinde. „Uns liegen aber jetzt schon Zusagen über weitere Mittel vor“, so Pfarrer Dördelmann. Er ist sehr optimistisch, dass das Geld für die neue Stiftskreuz-Präsentation ohne Probleme zusammenkommt. „Das zeigt mir schon das breite Interesse, dass jetzt immer noch vorhanden ist.“ Er werde immer wieder auf das für Borghorst so prägende Reliquiar angesprochen. Er freue sich über jede Nachfrage. Für ihn ist klar: „Das ist kein Spleen von ein paar Leuten.“



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