Di., 24.07.2018

Karl-August Valk ist Schatzmeister des Fördervereins Bagno-Konzertgalerie „Ein bisschen mitgestalten“

Karl-August Valk ist dem Zauber der Bagno-Konzertgalerie seit vielen Jahren erlegen. Bei ihm ist es die Mischung von historischer Architektur mit einem einmaligen Kulturangebot.

Karl-August Valk ist dem Zauber der Bagno-Konzertgalerie seit vielen Jahren erlegen. Bei ihm ist es die Mischung von historischer Architektur mit einem einmaligen Kulturangebot. Foto: Axel Roll

Steinfurt - 

Eines muss Karl-August Valk gleich klarstellen: „Ich bin überhaupt kein Vereinsmeier.“ Dass er seit vielen Jahren Mitglied im Förderverein für die Bagno-Konzertgalerie und inzwischen Schatzmeister im Vorstand ist, das ist für den 60-jährigen Pädagogen nur „Mittel zum Zweck“. „Das Gebäude fasziniert mich genauso wie die kulturelle Arbeit, die damit verbunden ist.“ Diese für Steinfurt einzigartige Melange, die gelte es zu unterstützen. Regelmäßige Sitzungen, Feiern und was sonst noch zum klassischen Vereinsleben dazugehört, „all das muss ich nicht haben“.

Von Axel Roll

Als Ur-Borghorster kennt Karl-August Valk die Konzertgalerie aus Kindheitstagen. „Von den obligatorischen Sonntagnachmittag-Spaziergängen mit der Familie.“ Wie viele seiner Altersgenossen lugte auch er durch die großen Flügeltüren, um die im halb verfallenen Konzertsaal gestapelten Ruderboote vom Bagno-See zu sehen. Kollege Wolfgang Lübbers, wie Valk lange Jahre Lehrer an den Technischen Schulen, gab ihm in den 90er Jahren sein Buchmanuskript über das Bagno zum Korrekturlesen. Kurze Zeit später war Valk Mitglied im Förderverein, „und dann ließ ich mich irgendwann zum Schatzmeister wählen“. Die Verwaltung der Finanzen, das bewegt sich bei 85 Mitgliedern in einem durchaus überschaubaren zeitlichen Rahmen. Einmal jährlich die Mitgliederbeiträge einziehen, die Spenden verbuchen, Rechnungen begleichen. „Ein bisschen mitgestalten“, wie es Karl-August Valk nennt, das ist es, was ihn reizt. Im Mittelpunkt stehen die Diskussionen im Vorstand, welche Projekte in und an der Konzertgalerie eine Finanzspritze bekommen sollen. Der letzte große Klimmzug, der unternommen werden musste, das war das Streichen der großen grünen Flügeltüren. Der Schatzmeister muss von seinem schattigen Plätzchen auf den flachen Treppen der Galerie gar nicht aufstehen, um auf drei, vier Anschaffungen zu zeigen. Die zusätzlichen Leuchten am Weg zum Parkplatz, das Bagno-Elysium von Künstler Heinrich von den Driesch, die Türen, ach ja, und dort hinten der Zaun neben der Brücke über den Bagno-Arm. Den Anlass für diese Investition hat Valk noch genau vor Augen. „Da ist in der Dunkelheit eine Frau die Böschung hinuntergestürzt.“

Der Förderkreis hat mit zahlreichen Mitstreitern eine Menge geschafft. Nach der Gründung 1986 musste die Restaurierung der Galerie angeschoben werden. Ofengrotte, Apollo-Statue, Konzertflügel, Stein- und Holzfiguren im Atrium sind dabei nur einige Stichworte von vielen, die in den Folgejahren das Akquirieren von Spendengeldern notwendig machten. Karl-August Valk: „Im Augenblick wird unter anderem diskutiert, ob eine Klimaanlage für den Konzertsaal sinnvoll wäre.“ Solche und ähnliche Fragen müssen natürlich eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. „Bei diesem Wetter schwitzen die Besucher natürlich. Aber das mussten die zu Zeiten von Graf Ludwig auch.“

Karl-August Valk würde an dem „Schatz mitten im Wald“, wie er die Konzertgalerie liebevoll nennt, gar nicht mehr viel Neues realisieren wollen. Die Substanz erhalten, natürlich. „Und wenn wir den Bekanntheitsgrad noch weiter steigern könnten, wäre das toll.“ Auch eine Öffnung für weitere Veranstaltungen, „nicht gerade für eine Jugenddis­co“, wäre für den Fördervereins-Schatzmeister eine sinnvolle Sache. Schließlich, und davon ist der Kultur- und Konzertgalerie-Freund fest überzeugt, ist jeder dem Zauber des identitätsstiftenden Gebäudes erlegen, wenn sich vor ihm die großen Flügeltüren öffnen.



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