Do., 26.07.2018

Bürgerwindpark Hagenkamp sieht sich auf gutem Wege Platz für drei Riesen-Spargel

Die Gesellschafter machten sich am Mittwochabend ein Bild vom Standort der drei geplanten Windkraftanlagen.

Die Gesellschafter machten sich am Mittwochabend ein Bild vom Standort der drei geplanten Windkraftanlagen. Foto: Axel Roll

Borghorst/LAer - 

Wo die drei Riesen-Spargel einmal ihre Rotoren in den Wind halten werden, das steht endgültig fest. Wann sie ihre stromerzeugende Arbeit aufnehmen, das kann Josef Große Kleimann als einer der drei Geschäftsführer der Bürgerwindpark Hagenkamp GmbH & Co. KG noch nicht genau sagen.

Von Axel Roll

Das Projekt lief holprig an, mittlerweile sehen sich 53 Gesellschafter aus Laer und Borghorst aber auf einem guten Weg, wie bei einem Treffen am Mittwochabend draußen im Grenzgebiet zwischen Steinfurt und Laer deutlich wurde. Drei Windkraftanlagen, zwei auf Laerer, eine auf Borghorster Gebiet, sollen dort gebaut werden.

Das Projekt hat einen finanziellen Umfang von 16 Millionen Euro. Den Segen der Politik haben die Gesellschafter mittlerweile. Die zuständigen Gremien von Steinfurt und Laer haben den Planungen einstimmig grünes Licht erteilt. Das baurechtliche Verfahren stellt dabei eine Besonderheit dar. Da das Areal weder in Laer noch in Steinfurt als Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen ist, soll das Planungsrecht über einen so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan geschaffen werden. Die Aufstellungsbeschlüsse sind gefasst. „Das Verfahren läuft. Dabei wird es wie bei jedem anderen Bebauungsplan auch eine Offenlegung geben, bei der Bedenken gegen das Vorhaben geäußert werden können“, so Josef Große Kleimann. Derzeit werden die restlichen Gutachten für den Bau der Anlagen erstellt.

Die 100-prozentige Zustimmung aus der Politik, „das ist eine große Verpflichtung für uns“, betont Große Kleimann. Es gelte, alle Beteiligten mitzunehmen. Beispiel Renaturierung: Viele Windparkbetreiber kauften sich von dieser Verpflichtung frei. Die Hagenkämper werden der Aa, die in ihrem Bereich immer noch begradigt ist, ihr natürliches Bachbett zurückgeben.

Beantwortet ist mittlerweile auch die Frage, wie sich die beiden Kommunen die Gewerbesteuern teilen. „Laer und Steinfurt werden jeweils ungefähr die Hälfte bekommen“, so Josef Große Kleimann, der sich die Geschäftsführung mit dem Laerer LOV-Vorsitzenden Norbert Lengers und Antonius Kühlmann teilt.

Von den benötigten 16 Millionen Euro steuern die Gesellschafter ein Viertel an Eigenkapital bei. Drei Millionen Euro wurden bereits eingesammelt. Wer als weitere Anteilseigner noch angesprochen wird, um die fehlende Million zusammenzubekommen, darüber werde noch entschieden, betont der Geschäftsführer.

Die drei Anlagen sollen bei vollem Betrieb einmal 45 Millionen Kilowattstunden im Jahr produzieren. „Damit können 12 000 Elektroautos mit einer Jahreskilometerleistung von 15 000 betrieben werden“, so Große Kleimann. Damit wird der Hagenkamp zweieinhalb Mal mehr Strom liefern als der benachbarte Windpark in Dumte.

Gestartet wurde das Vorhaben schon im Jahr 2012. Den Zuschlag erhielt die Bürger-Energiegesellschaft im vergangenen November.



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