Do., 26.07.2018

Rose und Dr. Shamsul Azfar feiern heute ihre Goldene Hochzeit Eine echte Sandkastenliebe

Rose und Dr. Shamsul Azfar wollten eigentlich nur ein paar Jahre in Borghorst bleiben – mittlerweile sind es 38.

Rose und Dr. Shamsul Azfar wollten eigentlich nur ein paar Jahre in Borghorst bleiben – mittlerweile sind es 38. Foto: Bernd Schäfer

Borghorst - 

Wenn der Begriff „Sandkastenliebe“ irgendwo seine Berechtigung hat, dann ganz sicher bei Dr. Shamsul und Rose Azfar.

Von Bernd Schäfer

Der ehemalige Narkosearzt am Borghorster Marienhospital und seine Frau feiern heute zwar „erst“ ihre Goldene Hochzeit, kennen sich aber schon viel länger.

„Wir haben schon als Kinder zusammen gespielt“, erinnert sich das Paar. „Das war 1955 – Rose war damals acht Jahre alt, ich war neun“, erzählt Dr. Azfar. Beide wurden in Dhaka, der Hauptstadt des heutigen Bangladesch geboren, das damals noch Ost-Pakistan hieß.

Rose lebte mit ihren Eltern in unmittelbarer Nachbarschaft, zog allerdings als sie zehn Jahre alt war fort. Erst gut zehn Jahre darauf trafen sich die beiden wieder – an der Universität von Dhaka, an der Shamsul Medizin und Rose Philosophie studierte.

„Er hat mich in den ganzen Jahren nicht vergessen – ich ihn wohl“, schmunzelt Rose Azfar im Nachhinein und meint damit, dass es wohl die Initiative ihres späteren Mannes war, die dazu führte, dass aus beiden bald ein Paar wurde. Am 27. Juli 1968 fand die Hochzeit der beiden früheren Spielkameraden statt. Im Jahr darauf wurde Tochter Luna geboren, die heute ebenfalls als Anästhesistin am Franziskus-Hospital in Münster arbeitet. 1971 erhielt Shamsul Azfar ein Stipendium für die Universität im englischen Cambridge, das er wegen des aufflammenden Bürgerkriegs in seinem Heimatland fast verpasst hätte: „Ich konnte keinen Flug bekommen. Als ich dann endlich in England ankam, hatte das Semester bereits begonnen. Und meine Papiere waren in den Kriegswirren nicht weitergeleitet worden.“

Mit einem Jahr Verspätung konnte Dr. Azfar dann doch endlich weiter studieren, 1975 schloss er sein Studium mit Diplomen in Anästhesiologie und Intensivmedizin ab.

Kurz zuvor hatte die junge Familie einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen: Im Alter von nur drei Jahren starb ihr erster Sohn an Leukämie. Etwas später wurde ihr zweiter Sohn Shah Saad geboren, der heute in Düsseldorf als Informatiker tätig ist. „Beide Kinder haben Kollegen geheiratet – sie hatten einfach keine Zeit, woanders zu suchen“, lacht Rose Azfar.

Über eine Stellenanzeige des Marienhospitals ist das Paar 1980 nach Borghorst gekommen. Und fand es hier zuerst schrecklich ländlich. Das änderte sich jedoch schnell: Aus den anfangs geplanten zwei Jahren („Wir wollten schnell wieder nach London zurück“) sind mittlerweile 38 geworden, und eine Änderung ist nicht in Sicht: „Wir haben viele Freunde hier, wir wollen hier bleiben.“

Seit fünf Jahren ist Shamsul Azfar in Rente, danach hat er noch zwei Jahre lang ehrenamtlich als Allgemeinarzt für den Kreis Steinfurt Flüchtlinge betreut. Überhaupt ist beiden soziales Engagement wichtig, Rose Azfar hat sich unter anderem im Heinrich-Roleff-Haus und mit Sprachkursen im OT-Heim engagiert. „Wir haben viel geschafft, aber Gott hat uns auch immer geholfen“, blicken beide auf die 50 Jahre ihrer Ehe zurück.



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