Mo., 30.07.2018

Dürre im Garten: Kreislehrgarten-Leiter Klaus Krohme gibt Tipps, wie Pflanzen überleben Nicht einfach drüberpatschen

Grüne Blätter wie auf diesem Archivbild haben nach der langen Periode von Hitze und Trockenheit schon fast Seltenheitswert. Immerhin: Viele Pflanzenarten werden sich beim nächsten Regen wieder erholen, sagt Klaus Krohme. Bei anderen gelte das Prinzip Hoffnung.

Grüne Blätter wie auf diesem Archivbild haben nach der langen Periode von Hitze und Trockenheit schon fast Seltenheitswert. Immerhin: Viele Pflanzenarten werden sich beim nächsten Regen wieder erholen, sagt Klaus Krohme. Bei anderen gelte das Prinzip Hoffnung. Foto: Bernd Schäfer

Steinfurt - 

Die gute Nachricht zuerst: „Bei Laubgehölzen bleiben die Wasseradern intakt“, erklärt Klaus Krohme, dass selbst derzeit schlaff herunterhängende oder gar bereits abfallende Blätter kein Todesurteil für einen Baum sind.

Von Bernd Schäfer

Etwas anders sehe es da schon bei den Nadelgehölzen aus: Wenn bei ihnen die Wassersäule in Stamm und Zweigen unterbrochen werde, könne sie sich nicht wieder aufbauen – der betroffene Teil stirbt ab.

Die lange Dürreperiode macht auch dem Chef des Kreislehrgartens zu schaffen. „Wir hatten schon im Winter Trockenschäden gehabt, jetzt ist es wieder so lange trocken – da nehmen Nadel- und wintergrüne Laubgehölze Schaden.“ Selbst Pflanzen aus dem Mittelmeerraum, die ein warm-trockenes Klima gewohnt sind, hätten mittlerweile zu kämpfen. „Beim Buchsbaum zum Beispiel wird‘s eng – was Pilz und Zünsler nicht geschafft haben, macht jetzt das Wetter“, beobachtet Klaus Krohme.

Bei manchen Pflanzensorten könne man nur noch auf das Prinzip Hoffnung setzen. „Stauden etwa kann man stark zurückschneiden und dann warten, ob die Wurzeln wieder austreiben.“

Es sei aber durchaus möglich, dass es durch Trockenheit und Hitze bereits zu irreparablen Schäden gekommen ist. Mehr Zuversicht dürfen Gartenbesitzer beim Anblick der meist heugelben Flächen haben, die einst grüner Rasen waren: „Die Rasenflächen werden sich in den allermeisten Fällen wieder regenerieren“, tröstet der Experte. Vor allem Sportrasen sei „hart im Nehmen“.

Höchstens wer einen frisch angelegten Zierrasen hat, wird nach den nächsten Regenschauern vielleicht feststellen, dass der um einige empfindliche Arten ärmer ist. „Bei älteren Rasen haben sich meist sowieso schon die robusteren Grassorten durchgesetzt.“

Ansonsten solle man den Garten momentan am besten in Ruhe lassen. „Manche Leute rufen hier an und fragen, ob sie jetzt ihre Hecke schneiden können“, berichtet der Leiter des Kreislehrgartens von seinen Erfahrungen. „Denen sagen wir, dass sie das lieber sein lassen sollen – ohne den Schutz der äußeren Blätter bekommen die frischen im Inneren der Hecke direkt einen Sonnenbrand.“

Auch Düngen sei aktuell ein No-Go: „Dünger enthalten Salze – und die entziehen zusätzlich Flüssigkeit.“ Das Prinzip „weniger ist mehr“ gilt auch für die Aussaat. „Nachpflanzen oder Säen macht jetzt keinen Sinn. Selbst wenn auf dem Samentütchen Juli steht, ist es besser, bis in den August zu warten.“

Erlaubt ist hingegen natürlich das Gießen. Auch dafür hat Krohme einen guten Tipp: „Man sollte dabei nicht einfach großflächig über die Pflanzen patschen, sondern das Wasser in Wurzelnähe langsam in den Boden sickern lassen.“

Und auch das nicht ständig: „Besser einmal richtig alle sieben Tage als regelmäßig ein bisschen abends.“



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