Do., 02.08.2018

Zwei junge Frauen provozierten im E-Center Kunden, Angestellte und Polizisten Nächstes Mal wartet das Gefängnis

Steinfurt - 

Gut gelaunt und kichernd stürmten die beiden gerade noch pünktlich zum Verhandlungsbeginn ins Amtsgericht. Eine halbe Stunde später war von der Ausgelassenheit nicht mehr viel übrig.

Von Bernd Schäfer

Am 7. Dezember vergangenen Jahres sollen sich die beiden 22-jährigen Mädchen im Borghorster E-Center auffällig verhalten haben und dabei Kunden und Angestellte provoziert haben. Als die stellvertretende Marktleiterin sie aufforderte, den Supermarkt zu verlassen und ihnen ein Hausverbot erteilte, sei sie nur ausgelacht worden. Erst als zwei hinzugerufene Polizisten die beiden jungen Frauen zur Rede stellen wollten, versuchten diese, aus dem Markt zu fliehen. Ohne Erfolg: Ein Beamter schnitt ihnen am Ausgang der Getränkeabteilung den Weg ab.

Auch danach zeigten sich die 22-Jährigen, von denen eine in Burgsteinfurt und eine in Nordwalde lebt, äußerst widerspenstig: Sie weigerten sich, ihre Namen zu nennen und versuchten immer wieder, an den Polizisten vorbei zu entwischen – bis sie schließlich mit Handschellen festgesetzt wurden. „Wir mussten sie fesseln, weil sie immer wieder fliehen wollten“, erinnerte sich eine als Zeugin geladene Polizistin.

Erst auf der Polizeiwache hätten sich beide kooperativer gezeigt. Die Angeklagten gaben den Vorfall im E-Center zu und machten nur leichte Ausflüchte. „Der eine Polizist kannte mich doch“, sagte die Burgsteinfurterin, die wie ihre Freundin schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Deshalb habe sie es für überflüssig gehalten, dass er ihre Personalien feststellen wollte.

Und die Polizistin habe sie angewiesen, sich umzudrehen, um sie zu durchsuchen. „Das wollte ich mir halt nicht gefallen lassen.“ Ihre Freundin aus Nordwalde bedauerte den Vorfall. „Was da passiert ist, war ein Fehler.“ Laut Zeugen war sie jedoch diejenige, die am heftigsten Widerstand gegen die Polizisten geleistet hatte und als erstes in Handschellen gelegt worden war.

Einen kleinen Bruch erhielt die Freundschaft bei einem weiteren Delikt, für das sich die Burgsteinfurterin verantworten musste: Sie soll unmittelbar vor dem Vorfall im E-Center mehrere Mal grundlos den Polizeinotruf gewählt haben. Das wurde von ihr selbst allerdings vehement bestritten. „Ich hab das nicht gemacht – und die Nummer stimmt ja auch nicht mal“, leugnete sie die zu ihrem Handy zurückverfolgten Anrufe.

Die 22-jährige Nordwalderin bestätigte dagegen, dass ihre Freundin mehrmals die Notrufe abgesetzt hatte, als sie gemeinsam durch die Stadt liefen. Auf die Frage des Richters, warum sie das getan habe, zuckte sie mit den Schultern: „Keine Ahnung, Langeweile.“

Wegen des Missbrauchs von Notrufen und des Widerstands gegen die Polizisten wurde die Burgsteinfurterin zu einer Geldstrafe von insgesamt 65 Tagessätzen verurteilt, die Nordwalderin nur wegen des Widerstands zu 50 Tagessätzen.

Mit Blick auf das bisherige Leben der beiden warnte der Richter abschließend: „Sie können davon ausgehen, dass Sie demnächst mit Freiheitsstrafen rechnen müssen.“



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