Mi., 08.08.2018

Regierungspräsidentin Dorothee Feller in Steinfurt „Komme gerne wieder“

Regierungspräsidentin Dorothee Feller (3.v.r) stattete am Mittwoch der Stadt einen Besuch ab. Nach einer Besichtigung des Heinrich-Neuy-Bauhausmuseums gab es Unterredung mit den Spitzen von Verwaltung und den Ratsfraktionen.

Regierungspräsidentin Dorothee Feller (3.v.r) stattete am Mittwoch der Stadt einen Besuch ab. Nach einer Besichtigung des Heinrich-Neuy-Bauhausmuseums gab es Unterredung mit den Spitzen von Verwaltung und den Ratsfraktionen. Foto: Axel Roll

Steinfurt - 

Einige Hausaufgaben nahm Dorothee Feller mit nach Münster. Trotzdem hat es ihr gut gefallen in Steinfurt. Und das haben die Bürger schriftlich. Unter ihren Eintrag ins goldene Buch der Stadt setzte die Regierungspräsidentin noch ein P.S.: „Komme gerne wieder.“ Und das nicht nur wegen des leckeren gedeckten Apfelkuchens, der Blaubeer-Preißelbeersahne und der Mandarinentorte, die es beim lockeren Austausch mit den Spitzen von Verwaltung und Politik im Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum gab.

Von Axel Roll

Beim gemeinsamen Rundgang durch die Stadt konnte Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer ihrem hohen Besuch wenig Neues zeigen. „Ich komme häufig durch Steinfurt – heimlich mit dem Fahrrad“, sagte Dorothee Feller, die aber am Mittwoch in offizieller Funktion in der Stadt war. Seit einem Jahr im Amt, hat die Chefin der Bezirksregierung die Tradition ihrer Vorgänger aufgenommen, möglichst viele Städte in ihrem Beritt einmal zu besuchen. „Oft sieht eine Sache vor Ort ganz anders aus, als sie sich in den Akten darstellt“, betonte Feller.

Was ihr die Visite in der Kreisstadt zusätzlich angenehm gestaltet hat: Unter den eingangs beschriebenen Hausaufgaben, die die Regierungspräsidentin jetzt machen will, sind keine millionenschweren Anfragen für Fördergelder. Okay, ein bisschen Geld möchte der Technische Beigeordnete Hans Schröder schon gerne aus den Töpfen der Landesregierung haben. Er präsentierte Pläne, aus der Ochtruper Straße eine Klimaallee zu machen. Dafür sollen viele Bäume angepflanzt werden, die nicht nur Schatten spenden, sondern bei Starkregen auch Wasser speichern und damit unter anderem das Regenrückhaltebecken im Baugebiet Spinnerei Rolinck entlasten.

Natürlich stand auch das Designer-Outlet-Center in Ochtrup auf der Tagesordnung. Schließlich wurde die geplante Erweiterung von Fellers Behörde genehmigt und Steinfurt will mit anderen Nachbarkommunen dagegen klagen. Die Regierungspräsidentin gab unumwunden zu: „Die Zustimmung ist uns nicht leicht gefallen.“ Die Sorgen der Kommunen, dass ihr Einzelhandel unter dem Center leiden werde, seien von ihr wahrgenommen worden. Es fehle allerdings die gesetzliche Möglichkeit, solche Projekte zu verhindern.

Verständnis zeigte Dorothee Feller auch für die noch am Dienstag in dieser Zeitung thematisierte Personalnot bei der Feuerwehr. Ihr Rat: „Fangen Sie bei den Jugendfeuerwehren an. Darüber lässt sich noch am ehesten Nachwuchs gewinnen.“ Ihre Behörde ist für die Genehmigung des Brandschutzbedarfsplans zuständing. Die Ausnahmegenehmigung für die derzeitige Personalstruktur läuft noch bis zum nächsten Juni. Wenn sie nicht verlängert wird, müsste Steinfurt mehr Hauptamtliche einstellen. Dann wird‘s teuer. Und die Diskussionen mit Münster garantiert heftiger als am Mittwoch bei Kaffee und Kuchen.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5963007?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F