Di., 14.08.2018

Dritte Auflage von „Steinfurt anno 1604“ am zweiten Septembersamstag „Gelebte Geschichte kommt sehr gut an“

Vor dem Alten Rathaus finden Gerichtsverhandlungen statt – wie schon im 17. Jahrhundert.

Vor dem Alten Rathaus finden Gerichtsverhandlungen statt – wie schon im 17. Jahrhundert. Foto: Pape

Burgsteinfurt - 

Wahrsager, Minnesänger, marodierende Söldner, ja sogar der gräfliche Herrscher Arnold IV. nebst Gattin – all das ist beim Historienspiel „Steinfurt anno 1604“ am zweiten Septembersamstag in Stemmerts Altstadt zu erleben. Bereits zum dritten Mal nach 2012 und 2015 wird das Alltagsleben des beginnenden 17. Jahrhunderts lebendig werden. Wobei die Betonung auf Alltag liegt.

Von Ralph Schippers

„Es geht nicht darum, das Adelsleben darzustellen“, sagt Initiatorin Vera Menzel. Dies sei gut dokumentiert. Vielmehr soll das Leben der einfachen Leute gezeigt werden – und zwar so authentisch wie möglich, sagt die Garten- und Landschaftsplanerin.

In der dritten Auflage ist das Straßen-Improvisations-Theater“ längst zum Selbstläufer geworden. Rund 160 Akteure, die allermeisten davon (Burg-)Steinfurter Bürger, schlüpfen in die Rolle ihrer Ahnen. „Für viele ist es einfach nur cool, dabei zu sein“, freut sich Vera Menzel, dass die Veranstaltung, bei der die Steinfurt Marketing & Touristik mit im Boot ist, mittlerweile fest in der Bevölkerung verankert ist. „Gelebte Geschichte kommt offensichtlich sehr gut an“, so die Stadtführerin, die selbst wieder die Figur der Hebamme, pardon Wehmutter, Anna Krechting verkörpern wird.

Auf den Straßen wird Stroh ausgestreut, sämtliche Akteure sind kostümiert, sogar die Sprache ist der der Renaissancezeit angepasst. Und: Jeder kann mitmachen, es gibt keinen Vereinshintergrund, wie die Initiatorin deutlich macht.

Wie beliebt das mittelalterliche Spektakel ist, zeigt auch die Tatsache, dass es großen Besucherzuspruch gibt. „Bis aus den Niederlanden reisen die Gäste an diesem Tag an,“, weiß Vera Menzel zu berichten.

Glücklich der, der eine der begehrten Karten für die Premium-Führung ergattert hat. Die 125 Billets sind längst ausverkauft. Auf die Käufer warten besondere Überraschungen. Allzu viel will Vera Menzel darüber nicht verraten, nur so viel: „Die Teilnehmer werden an Orte gelangen, die selbst Ur-Burgsteinfurter nicht kennen.“ Geführt werden sie von den fünf Burgsteinfurter Stadtführern.

Dass das Leben im alten Burgsteinfurt gerade für das einfache Volk alles andere als Zuckerschlecken war, wird bei dem Historienspiel vielfach deutlich werden. So stehen wiederum Gerichtsverhandlungen vor dem Alten Rathaus auf dem Programm, in der ein widerspenstiges Weib verurteilt wird. Und erstmals wird es auch einen Leichenzug geben, an dessen Endpunkt deutlich wird, wie man mit Toten im Mittelalter umgegangen ist.

Für Vera Menzel, der seinerzeit nach einer Stadtführung in Hameln mit dem berühmten Rattenfänger die Idee zu „Steinfurt 1604“ gekommen ist, ist es wichtig zu betonen, dass das Spektakel keinen kommerziellen Hintergrund hat. Alle Akteure arbeiten ehrenamtlich – aus reinem Spaß an der Freud. Als Dankeschön wartet am Abend des Veranstaltungstages eine Feier im Martin-Luther-Haus.

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Wer noch als Akteur bei „Steinfurt anno 1604“ mitmachen möchte, kann sich unter vera.menzel@herzensgaertner.de oder info@steinfurt.de melden.



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