Do., 16.08.2018

Gleisunterführung am Burgsteinfurter Bahnhof soll schon bald „Stinkrinnen“-Image ablegen Mit Kunst und Putzmittel

Ergebnisorientiertes Gespräch: Die Bahn-Mitarbeiter Metin Sömnez und Michael Jansen zeigten sich den Vorschlägen von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und dem Technischen Beigeordneten Hans Schröder (v.l.) gegenüber offen.

Ergebnisorientiertes Gespräch: Die Bahn-Mitarbeiter Metin Sömnez und Michael Jansen zeigten sich den Vorschlägen von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und dem Technischen Beigeordneten Hans Schröder (v.l.) gegenüber offen. Foto: rs

Burgsteinfurt - 

Saustall, Stinkrinne, Drecksloch – die Burgsteinfurter sind nicht gerade zimperlich, wenn es um die Beschreibung der Gleisunterführung am Bahnhof zwischen Innenstadt und Friedenau geht. Nach mehreren Vorstößen aus der Politik sowie zunehmenden Beschwerden derjenigen, die den Tunnel regelmäßig nutzen (müssen), hat Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer jetzt das Heft mit dem Ziel in die Hand genommen, die Situation zu verbessern.

Von Ralph Schippers

Dazu gab es am Mittwoch einen Vor-Ort-Gesprächs- und Pressetermin mit Michael Jansen und Metin Sönmez. Beide arbeiten für die Bahn-Tochter DB-Netze und sind unter anderem auch für die bahneigene Infrastruktur am Bahnhof Burgsteinfurt zuständig. Der Bahn gehört dort unter anderem auch besagte Unterführung.

Und, das ist die gute Nachricht für die von den jetzigen Zuständen angeekelten Nutzer der Unterführung: Am Ende der gut eine dreiviertel Stunde dauernden Unterredung stand durchaus ein annehmbares Ergebnis zu Buche. Fiel doch der Vorschlag von Claudia Bögel-Hoyer, im Rahmen einer künstlerischen Aktion mit lokalen Akteuren die Betonsichtflächen der beiden dem eigentlichen Tunnel vorgelagerten Rampen farblich zu verschönern, auf fruchtbaren Boden bei den Bahn-Mitarbeitern. Bögel-Hoyer: „Wenn wir die Betonflächen künstlerisch aufwerten lassen, denke ich, dass diese später vor Verschmutzungen oder Beschmierungen verschont bleiben. Da gibt es einen Ehrenkodex in der Szene.“ Gerne würde sie geeignete Kooperationspartner vor Ort mit der Bitte ansprechen, Gestaltungsvorschläge auszuarbeiten.

Michael Jansen zeigte sich dieser Idee gegenüber offen. Der Bahnhofsmanager verwies dabei auf schon erfolgreich durchgeführte ähnliche Projekte und nannte das Beispiel Recklinghausen. Als mögliche Kooperationspartner brachte er die Graffitikünstler „Lackaffen“ aus Münster ins Spiel. „Doch egal, ob sie Profis von auswärts oder Künstler vor Ort nehmen: Uns ist wichtig, dass das Ergebnis einigermaßen hochwertig ist“, machte Jansen seine Intention deutlich. Zudem sollten die Motive Bezug zum Thema Mobilität im weitesten Sinne haben.

Last but not least ist der Bahn daran gelegen, das Projekt möglichst nachhaltig anzulegen. Die Bürgermeisterin versprach, bei den Künstlern darauf hinzuwirken, dass sie auch nach Fertigstellung der Neugestaltung im Fall der Fälle wieder tätig werden.

Stichwort Unterführung selbst: Sie soll einer Rosskur in Form einer Intensivreinigung unterzogen werden. Derzeit wird der Tunnel zwar auch regelmäßig gesäubert – von der Bahn und von der Stadt. Jedoch beschränkt sich diese auf die Müllbeseitigung und die Reinigung so genannter Kontaktflächen wie Geländer. „Wir haben Spezialtrupps, die mit ihren Hochdruckreinigern Fliesen und Boden wieder richtig hell und sauber machen können“, so der Bahn-Mitarbeiter – und kündigte an: „Wir machen Ihnen das richtig schön!“

Den reinen baulichen Zustand bezeichnete Jansen als in Ordnung, die Einhaltung der Funktion als voll gegeben. Die Fliesen-Auskleidung mache Sinn, da die Reinigung einfach und effektiv sei. Der Bahnmanager kündigte zudem an, dass bis spätestens Ende Oktober die Neonröhren-Beleuchtung durch moderne LEDs ersetzt wird. „Dann wird es in der Unterführung auch deutlich heller werden.“

Claudia Bögel-Hoyer versprach, bis dahin ein Konzept zur künstlerischen Gestaltung der Betonwände vorgelegt zu haben. Die Umsetzung könnte dann im Frühjahr kommenden Jahres erfolgen.



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