Mo., 20.08.2018

Kühlergrill-Lächeln des Dodge Coronet lässt Michael Hahn nicht mehr los . . .und es hat wumm gemacht

Viele Jahre musste Michael Hahn suchen, bis er seine große Oldtimer-Liebe über den großen Teich holen konnte. Der 59er Dodge wird auch bei den Racedays am 15. und 16. September in Burgsteinfurt zu sehen sein.

Viele Jahre musste Michael Hahn suchen, bis er seine große Oldtimer-Liebe über den großen Teich holen konnte. Der 59er Dodge wird auch bei den Racedays am 15. und 16. September in Burgsteinfurt zu sehen sein. Foto: Axel Roll

Steinfurt - 

Das Lächeln einer Frau hat schon viele um den Verstand gebracht. Dass das auch ein Auto schaffen kann – Michael Hahn ist der lebende Beweis dafür. „Es hat einfach wumm gemacht“, schwärmt der Kaufmann noch heute von der schicksalhaften ersten Begegnung vor fast 30 Jahren. Es war in Pakistan, wo der Borghorster damals dreieinhalb Jahre lang die Textilproduktion für den väterlichen Betrieb überwachte. „Ich wusste gar nicht, was das für ein Wagen war. Er fuhr vorbei und sein breites Grinsen hat mich so geflasht, dass ich damals schon wusste: Den musst Du haben“, erinnert sich der 56-Jährige. Wie das in ganz schlechten Liebesromanen so ist: Es sollte Jahrzehnte dauern, bis die unglückliche Liebe ihre Erfüllung fand. . .

Von Axel Roll

Heute parkt die chromblitzende Leidenschaft in der eigenen Garage, Michael Hahn kann sie so oft sehen – und fahren – wie er will. Und er teilt sie gerne mit anderen Fans alter amerikanischer Straßenkreuzer. Bei den Racedays Mitte September in der Burgsteinfurter Innenstadt zeigt er seine Liebschaft das nächste Mal der Öffentlichkeit.

Die hat natürlich einen Namen: Der Familienname lautet Dodge, Vorname Coronet. Auch wenn man eine Dame nicht nach ihrem Alter fragt, in diesem speziellen Fall nimmt es die old Lady mit dem phänomenalen, in Chromsilber gezeichneten Augenaufschlag nicht übel. Die 59 Jahre sind im Angesicht von null Falten, Dellen oder (Rost)Pusteln auf der cremefarbenen Haut ein dickes und oft gehörtes Kompliment: „Die hat sich aber gut gehalten.“

Das fand auch Michael Hahn, der vor Jahren durch Zufall seiner untergetauchten Liebe auf die Spur kam. „Ich surfte damals im Internet und sah auf einer Verkaufsplattform für amerikanische Pkw den Dodge – und erkannte das unverwechselbare Kühler-Lächeln wieder.“ Bis er die Coronet dann aber zu sich nach Hause holen konnte, sollten wieder ein paar Jahre vergehen.

Michael Hahn, automobiltechnisch mit allen Wassern gewaschen, ist nämlich durchaus wählerisch. Sein Herz schlägt nicht für irgendeine Coronet. Es muss ein Four-Door-Hardtop sein, zu erkennen an den vier Türen und der fehlenden B-Säule, die den Insassen eine unverbaute Rundumsicht bietet. Neben dem schon mehrfach zitierten Gesicht, bietet die Beauty-Queen an Vorzügen einen 5,3-Liter-V8 mit 240 PS, Servolenkung, Bremskraftverstärker und ein Fahrwerk, mit dem Coronet ihren Lenker über Schlaglöcher, Rumpelpisten und Kopfsteinpflaster hinwegschweben lässt.

Gefunden hat Hahn seine alte Leidenschaft in den USA. Bei einem Händler in Wisconsin. Und wieder war es der Zufall, der die beiden wohl auf Dauer, Michael Hahn hat ihr ewige Treue geschworen, zusammengebracht hat. Wieder klickte sich der Geschäftsmann spätabends durch das amerikanische Verkaufsforum, als ihm die beige-grüne Coronet via Foto anblinzelte.  Der 56-jährige Borghorster war elektrisiert – und das Geschäft in Nullkommanix abgewickelt. Schon bald schipperte die reife Dame in einem Container über den großen Teich. Vor dem ersten Rendezvous auf deutschen Straßen stand nur noch der TÜV. Auch der wollte dem gemeinsamen Glück nicht im Wege stehen und gab seinen Segen. Was ihm, wir haben es bereits erwähnt, angesichts der hervorragenden Kondition nicht schwer fiel. Dabei, auch das ist für amerikanische Frauen durchaus nicht selbstverständlich, hat die Coronet allen Schönheitsoperationen widerstanden. Michael Hahn: „Sie ist in Würde gealtert.“ Und keine von diesen gelifteten und gespritzten Barbiepuppen-Gesichtern. Diese Eigenschaft schätzt Michael Hahn besonders an ihr. Aber ihr Lächeln ist immer noch der Hammer: „Wenn ich die Garage aufmachen, dann muss ich einfach grinsen. Immer noch.“



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