Mi., 22.08.2018

Kanzler Jens Andreas Meinen und Gebäudemanager Andre Müller zur weiteren Entwicklung der FH Westtangente spielt Schlüsselrolle

Die FH Münster hat am Standort Steinfurt in den kommenden Jahren viel vor: Im Gespräch mit unserer Zeitung stellten Kanzler Jens Andreas Meinen (r.) und Andre Müller vom Gebäudemanagement die Sanierungs- und Neubaupläne vor.

Die FH Münster hat am Standort Steinfurt in den kommenden Jahren viel vor: Im Gespräch mit unserer Zeitung stellten Kanzler Jens Andreas Meinen (r.) und Andre Müller vom Gebäudemanagement die Sanierungs- und Neubaupläne vor. Foto: Ralph Schippers

Steinfurt - 

Die mit einer Plane komplett eingehüllten Gebäude der FH an der Stegerwaldstraße künden es schon seit April: Am Campus Steinfurt wird saniert. Hintergrund: Die aus den 1970er-Jahren stammenden Gebäude sind modernisierungsbedürftig und müssen an die Erfordernisse eines modernen Hochschulbetriebs angepasst werden. Aber nicht nur das: Ihre Bausubstanz ist schadstoffbelastet.

Von Ralph Schippers

Wie in jener Zeit üblich, sind asbesthaltige Materialien beim Bau verwendet worden. Zudem haben Messungen ergeben, dass die Gebäude mit dem Bauschadstoff PCB (Polychlorierte Biphenyle) kontaminiert sind. Die Belastungen bewegen sich im Bereich knapp oberhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte. Entsprechend aufwendig gestaltet sich die Sanierung, wie Andre Müller, stellvertretender Leiter Gebäudemanagement der FH, sowie Kanzler Jens Andreas Meinen am Dienstag bei einem Pressegespräch erläuterten. „Der Komplex wird permanent unter Unterdruck gehalten, es sind Schleusen eingerichtet und sämtliche Arbeiten werden von Spezialfirmen durchgeführt“, schlossen beide eine Belastung der Umwelt durch etwaige Schadstofffreisetzungen aus.

Apropos Umweltbelastung: Die Sanierung des Gebäudeteils A – dort sind unter anderem die Dekanate, die Bibliothek sowie die Pressestelle des Campus Steinfurt untergebracht – ist mit einem spürbaren Lkw- und Kleintransporterverkehr verbunden. Die Anwohner von Stegerwaldstraße und Flögemanns Esch haben in dieser Hinsicht einige Kompromisse eingehen müssen, berichtet Müller. Besondere Maßnahmen wie etwa eine Einbahnstraßenregelung seien erforderlich gewesen, um die Belastung auch in Bezug auf den Schulverkehr in den Griff zu bekommen. Dass das Verständnis trotzdem relativ groß und die Anzahl der Beschwerden bislang im Rahmen geblieben sind, führen Müller und Meinen auch auf die offene Kommunikation mit den Anliegern zurück. Es habe mehrere Gesprächsrunden im Vorfeld gegeben.

Noch bis Ende 2019 wird die Sanierung des Gebäudeteils A andauern. „Ab September beginnen wir nach einer Komplettentkernung mit dem Aufbau“, kündigte Müller das weitere Prozedere an.

Indes: Wer glaubt, dass danach erstmal Schluss ist mit Neubau- und Sanierungsmaßnahmen auf dem Campus, irrt. Der Hochschulentwicklungsplan, der die Grundlage für die weitere Entwicklung der FH bildet und Voraussetzung ist, um vom Land Gelder für Baumaßnahmen zu bekommen, sieht bis 2030 weitere Ersatzneubauten im zentral gelegenen Chemie- und Laborbereich vor. „Eine Sanierung wäre dort zu aufwendig“, hoffen die FH-Verantwortlichen beim Land auf Zusagen für Neubauten.

Derzeit liefen die Verhandlungen. Nur mittels Neubauten könne den Erfordernissen eines modernen ingenieurwissenschaftlichen Betriebs entsprochen werden. Für die Nutzer soll zwischenzeitlich eine Containerlösung, wie aktuell beim Gebäudeteil A, geschaffen werden. Zudem sollen die Maßnahmen so terminiert werden, dass sie möglichst hintereinander geschaltet sind.

Bauverkehr wird also weiter ein Thema sein für die Anwohner der FH. Entlastung könnte die K76n schaffen. Doch die Burgsteinfurter Westtangente, das machten Jens Andreas Meinen und Andre Müller unisono deutlich, hat auch für den Hochschulbetrieb am Campus Steinfurt allgemein höchste Bedeutung. Sie würde nicht nur die Erreichbarkeit der FH verbessern und die Verkehrsbelastung aus dem Wohnumfeld nehmen, so die FH-Mitarbeiter.

Da eine Erweiterungsfläche mit an die Planfeststellung geknüpft ist, würden sich Spielräume für die Entwicklung des Campus eröffnen. Meinen: „Es gilt, den Standort Steinfurt auch im Hinblick auf Konkurrenzstandorte für Studenten attraktiv zu halten. Wir müssen in dieser Hinsicht etwas tun, der Erfolg der letzten Jahre ist kein Selbstläufer.“

Die Hochschule, so betont der Kanzler, habe einen klaren Bildungsauftrag, dessen Erfüllung setze aber auch geeignete Rahmenbedingungen voraus. In Bezug auf angekündigte Klagen von Seiten der Landwirtschaft gegen den Planfeststellungsbeschluss sei es Aufgabe der Politik, geeignete Lösungen zu finden.



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