Mo., 27.08.2018

Zwei Tage Rock am Westfalenring Festival bleibt keine Eintagsfliege

Unbestrittener Star des Zwei-Tage-Festivals war Hannes Bauer (l.), der bald wieder mit Udo Lindenberg auf Tournee gehen wird.

Unbestrittener Star des Zwei-Tage-Festivals war Hannes Bauer (l.), der bald wieder mit Udo Lindenberg auf Tournee gehen wird. Foto: Rainer Nix

Borghorst - 

Zwei Tage erstmals „Rock am Westfalenring“, da ging was ab. Freitag- und Samstagabend war die Bühne an der Soccerworld Schauplatz Steinfurter und auswärtiger Formationen. Ob Heavy, Electronic Pop, Progressive Rock oder guter alter handgemachter Rock ´n´ Roll, die Bandbreite war enorm. Als Super-Headliner erschien am Samstag Hannes Bauer mit seinem „Orchester Gnadenlos“. Er ist einer der deutschen Top- Gitarristen, seit 1979 ständiges Mitglied des Lindenberg’schen „Panikorchesters“ und drehte voll auf.

Von Rainer Nix

„Gestern waren wir noch auf einem Festival in Bremen, heute sind wir hier und spielen Rock´n´Roll auf Deutsch“, sagte er in einem Gespräch. Dabei ist sein Terminkalender gut gefüllt, bis Silvester stehen mit „Gnadenlos“ noch etliche Gigs auf dem Programm. Doch für den Auftritt in Borghorst gelang es dem Orga-Team der Soccerworld dennoch, die Band zu verpflichten. Seine Fans gehören zu den reiferen Semestern und sind ganz gewiss auch jene, die bereits Udo in den Siebzigern zujubelten. Als Reminiszenz an eben jene Zeiten spielte Bauer auch einen der ersten Lindenberg-Hits: „Hoch im Norden“. „Dies war das erste Stück, das ich von ihm kannte“, erinnert sich der Gitarrist. Für die Nummer „I’m going home“, 1969 beim Woodstock-Festival großartig von Alvin Lee und „Ten Years after“ interpretiert, hat er früher schon lange geübt. Unvergessen sind die atemberaubenden Gitarrenläufe. Im nächsten Jahr geht’s wieder mit dem Kultrocker aus Gronau auf Tour. „Wir starten im Mai in Bremen“, sagt Bauer und ist überzeugt, dass die Fangemeinde seit dem Jahr 2000 noch mal gewaltig angewachsen ist. „Lindenberg-Konzerte sind sicherlich der bestbesuchte deutsche Act.“

Fotostrecke: Rock am Westfalenring

Der in Kooperation mit der Musikfabrik gestaltete Freitagabend gehörte den Newcomern. Mit „Impediment“, „Mond“ und „Annie‘s Style“ standen gute und erfolgreiche Steinfurter Bands auf der Bühne. Annie‘s Style, die energiegeladenen Indy Pop Rock spielen, planen in den nächsten Wochen ihre eigene Tour, „Mond“ war bereits für den 1 Live Radio-Award nominiert“, so Christian Kloss, Inhaber der „Soccerworld“, die das zweitägige Rockspektakel veranstaltete. Impediment-Drummer Max Roll: „Hier in der Erstauflage des Festivals „Rock am Westfalenring“ dabei zu ein, ist schon cool, vor allem weil wir die anderen Bands kennen.“ Die Formation brachte progressiven Rock mit Anklängen an die legendären „Pink Floyd“ auf die Bühne. Der Sound kam nicht nur hart gepaart mit bewusst schrägen Rhythmen und Gesang rüber, sondern auch mit harmonisch-virtuosen Gitarrenparts.

„Hier was Neues aufzuziehen ist auf jeden Fall eine Supersache“, betonte Niklas Bücker von der Band „Mond“. „Es ist toll, das etwas organisiert wird, das über Veranstaltungen wie das Brunnenfest oder den Schweinemarkt hinaus geht“, sagte der Bassist der Band, die mit Elektro-Pop musikalisch besondere Wege geht.

Udo Dinkelbach, Gitarrist der „Wilhelm Dröhn Band“, der einzigen Steinfurter Gruppe am Samstag, ist von dem zweitägigen Event ebenfalls angetan. „Es gab in Steinfurt früher eine rege Musikszene, die aber irgendwann eingeschlafen ist“, erinnert er sich, „ich find’s gut, dass sie jetzt wieder auflebt.“ Den Samstagabend eröffneten die „Scholzinkowskis“, ein Power-Rock Vater-und-Sohn-Quartett aus Münster. Sie läuteten den Part des erdverbundenen Rock ein und hatten bekannte Stücke wie „My Generation“ von den „Who“ im Gepäck.

War der Freitag von jüngerem Publikum sehr gut besucht, gingen am Samstag die Besucherzahlen bedingt durch den Temperatursturz zurück. Dennoch war die Stimmung gut. Kloss: „Das Wetter kann man nicht planen.“ Auf jeden Fall ist „Rock am Westfalenring“ keine Eintagsfliege. „Die Veranstaltung soll sich als Event etablieren“, hebt Kloss hervor.



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