So., 26.08.2018

Im Marienhospital gibt es eine genau festgelegte Rettungskette Alarm, wenn das Herz nicht schlägt

Chefarzt Dr. Ulrich Ruta (l.) und Chefarzt Dr. Markus Eichler aus dem UKM Marienhospital Steinfurt erklären, was im Krankenhaus beim Herzalarm geschieht.

Chefarzt Dr. Ulrich Ruta (l.) und Chefarzt Dr. Markus Eichler aus dem UKM Marienhospital Steinfurt erklären, was im Krankenhaus beim Herzalarm geschieht.

Borghorst - 

Bis zu 100 000 Menschen sterben in Deutschland pro Jahr an einem plötzlichen Herzstillstand. Das Herz hört auf zu schlagen und der Kreislauf kommt zum Stillstand. Auch im Krankenhaus kann ein Patient unvermittelt in diese lebensgefährliche Situation geraten.

Chefarzt Dr. Ulrich Ruta (Anästhesiologie) und der Leiter der interdisziplinären Notfallmedizin am Borghorster UKM Marienhospital, Dr. Markus Eichler, sind für die Festlegung der Standards in solchen Notfällen verantwortlich. Ruta sagt: „Wer im Krankenhaus auf einen bewusstlosen Patienten trifft, löst sofort Herzalarm aus. Erst danach beginnt er mit der Reanimation.“ So der Wortlaut einer Presseinformation des Krankenhauses.

Nur wenige Minuten verstreichen, bis die Ärzte und speziell ausgebildeten Pflegekräfte des Herzalarm-Teams bei dem Patienten eintreffen. Sie übernehmen die Wiederbelebungsmaßnahmen des Ersthelfers und ergreifen zusätzliche Maßnahmen, um den Patienten zu reanimieren. „In unserem Krankenhaus gibt es eine klar geregelte Rettungskette, um die Überlebenschancen des Patienten zu optimieren“, sagt Ruta. Der Herzalarm wird hier durchschnittlich vier Mal im Monat ausgelöst.

Alle Mitarbeiter, die Kontakt zu Patienten haben, nehmen alle zwei Jahre an einer krankenhausinternen Schulung teil, in der die wichtigsten Maßnahmen zur Wiederbelebung geübt werden. So ist sichergestellt, dass nicht nur die ärztlichen Mitarbeiter, sondern auch die Pflegekräfte im Ernstfall schnell reagieren können. Fabian Langanke zum Beispiel ist Gesundheits- und Krankenpfleger im UKM Marienhospital Steinfurt (UKM MHS). Wie alle Mitarbeiter des Krankenhauses, die Patientenkontakt haben, muss er die Herzdruckmassage routiniert durchführen können. Mit gestreckten Armen drückt Fabian Langanke auf den Brustkorb eines Menschen, der bewusstlos vor ihm liegt. Mindestens 100 Mal pro Minute verlagert Langanke das Gewicht seines Oberkörpers auf den Betroffenen. Dessen Brustkorb sinkt um ungefähr fünf Zentimeter ein. Die hohe Frequenz und die Kraft, die Fabian Langanke ausübt, sollen den Kreislauf des Patienten aufrechterhalten.

Ruta und Eichler sind von der Wirksamkeit der Schulungen überzeugt. Sie sichern das gute Zusammenspiel der Fachkräfte. So kann eine konkrete Gefahrensituation in der Regel schnell abgewendet werden.

Aus seiner Tätigkeit als Notfallmediziner weiß Chefarzt Dr. Markus Eichler (interdisziplinäre Notfallmedizin am UKM Marienhospital Steinfurt): „Wenn die Laienersthelfer zu Hause, bei der Arbeit oder auf einem öffentlichen Platz direkt mit der Reanimation beginnen, haben die Betroffenen bis zu dreimal höhere Überlebenschancen.“ Doch muss er immer wieder feststellen, dass viel zu Wenige wissen, was im Notfall zu tun ist. Eichler: „Das Anfangen zählt! Dabei kann man keinen Fehler machen.“ Die Laienersthelfer sollten die bewusstlose Person zunächst ansprechen und an den Schultern schütteln. Reagiert sie nicht, muss erst die 112 angerufen werden. Dann muss mit der Herzdruckmassage begonnen werden.



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