Do., 30.08.2018

Förderverein für das Steinfurter Krankenhaus macht weiter „Was ist in einigen Jahren?“

Prof. Dr. Thomas Rose und Christoph Kötters wollen sich auch in Zukunft für das Borghorster Krankenhaus einsetzen. Das Führungsduo des Fördervereins möchte verstärkt Firmen als Sponsoren gewinnen.

Prof. Dr. Thomas Rose und Christoph Kötters wollen sich auch in Zukunft für das Borghorster Krankenhaus einsetzen. Das Führungsduo des Fördervereins möchte verstärkt Firmen als Sponsoren gewinnen. Foto: Axel Roll

Steinfurt - 

Klar, Geld ist wichtig. Den Mitgliedern des Fördervereins Steinfurter Krankenhaus ist eines aber fast noch wichtiger. „Die Bürger sollen sagen: Das ist unser Krankenhaus“, erläutert Prof. Dr. Thomas Rose als Vorsitzender das übergeordnete Ziel seines Engagements. Und Stellvertreter Christoph Kötters ergänzt: „Das Hospital ist so wichtig für die Stadt. Nicht nur für die medizinische Versorgung der Bevölkerung, sondern auch als Wirtschaftsfaktor. Schließlich ist es einer der größten Arbeitgeber in Steinfurt.“

Von Axel Roll

So hat die eingeschworene Truppe noch eine Menge vor, um zum einen Geld zu sammeln für Projekte, für die ein Krankenhausbetrieb keine Mittel hat, und zum anderen weiter Bewusstsein für das Haus zu schaffen. Das Team geht dabei durchaus unkonventionelle Wege. . .

Eigentlich hätten Rose und Kötters ihren ehrenamtlichen Job längst an den Nagel hängen können. Mit der Übernahme des insolventen Hauses durch das münsterische Universitätsklinikum zum 1. Oktober 2016 war der ursprüngliche Vereinszweck erreicht. Thomas Rose: „Die Zukunft des Krankenhauses war damit gesichert.“

Intern habe der Vorstand intensiv diskutiert, ob ein Weitermachen sinnvoll sei. Am Ende stand ein Ja mit Ausrufezeichen. Denn auch wenn der Vorstand das Marienhospital beim UKM in den besten Händen sieht: „Wer weiß, was in einigen Jahren ist?“, fragt Christoph Kötters vor dem Hintergrund rasanter Entwicklungen im Gesundheitswesen. „Da wollen wir unseren Beitrag leisten“, betont der Zweite Vorsitzende.

Der Erhalt des Hauses ist für das Führungsduo der Beweis, dass sich ehrenamtliches Engagement lohnt. Als die entscheidende Abstimmung im Kreishaus anstand, ob sich auch der Kreis an der Rettung beteiligt, mobilisierte der Verein innerhalb kürzester Zeit über 300 Demonstranten, die den Parlamentariern offensichtlich deutlich signalisierten: Steinfurt steht hinter seinem Krankenhaus. Und die rund 40 000 Euro, die an Spenden aufgetrieben wurden, sollten und haben diesen Eindruck wohl auch tatsächlich noch verstärkt.

Ob ein relativ kleiner Förderverein mit derzeit 85 Mitgliedern, die einen jährlichen Beitrag von zehn Euro leisten, für einen in Relation riesigen Betrieb spürbar etwas leisten können? Rose und Kötters nicken synchron. Kleine Sportgeräte zum Muskeltraining für bettlägerige, niedrige Betten für orientierungslose Patienten oder Dolmetschergebühren für Kranke, die kein deutsch sprechen – der Vorstand kann zahlreiche Beispiele für gut investierte Spendengelder anführen.

In der Planung ist folgendes Projekt: Mit dem Geld des Fördervereins sollen drei 450-Euro-Kräfte finanziert werden, die für die soziale Betreuung der Patienten bereitstehen. Die Ideen für derartige Anschaffungen entstehen übrigens nicht am grünen Tisch. „Wir haben mit der Klinikleitung eine Art internes Vorschlagswesen etabliert“, so Rose. Aus den Empfehlungen des Personals picken sich die Verantwortlichen des Vereins dann das Passende heraus.

Um noch an Schlagkraft zu gewinnen, haben sich Kötters und Rose vorgenommen, verstärkt an örtliche Firmen heranzutreten, um sie als Sponsor zu gewinnen. Thomas Rose: „Gute Ideen für das Krankenhaus haben wir noch viele.“



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