Mi., 05.09.2018

Summerwinds-Festival Höchst musikalischer Schlussakkord

Hatten offensichtlich auch abseits der reinen Spielzeit ihren Spaß: Die jungen Akteure des Else-Ensembles während einer Pause ihrer Darbietung in der Großen Kirche.

Hatten offensichtlich auch abseits der reinen Spielzeit ihren Spaß: Die jungen Akteure des Else-Ensembles während einer Pause ihrer Darbietung in der Großen Kirche. Foto: Martin Fahlbusch

Burgsteinfurt - 

Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt saß auf der Empore, die Regierungspräsidentin aus Münster, Dorothee Feller, im Kirchenparkett vor der Bühne in der Großen Kirche am späten Sonntagnachmittag. Die beiden und viele Musikbegeisterte aus der gesamten westfälischen Region waren nach Burgsteinfurt gekommen, um das Abschlusskonzert von Europas Holzbläser-Festival „Summerwinds Münsterland 2018“ mitzuerleben.

Von Martin Fahlbusch

Und sie erlebten einen höchst musikalischen Schlussakkord mit dem Else- Ensemble, in dem sich junge israelische und deutsche Musiker zusammengefunden haben. Erfreulich bei dieser Musikerschar, die von der Quintett- bis zur Oktettbesetzung schwungvoll und unaufgeregt präzise zusammen musiziert, ist die Tatsache, dass sie eher selten zu hörende Werke auf die Bühne bringen. Dass mag beim Namen Wolfgang Amadeus Mozart überraschen. Aber das eingangs vorgestellte Klarinetten-Bassetthorn-Fragment mit zusätzlicher Violine, Viola und Cello stammt aus dem Anhang des bekannten Köchelverzeichnisses. Mozartäisch und fröhlich allemal offenbarte sich das Stück aber eher als eine musikalische Fingerübung für komplettere und eben auch anspruchsvollere Werke, bei denen die von Mozart so geschätzte Klarinette bzw. das Bassetthorn tragende Rollen spielen.

Eine Entdeckung dann allemal das Septett E-Dur op. 40 des französischen Frühromantikers Adolphe Blanc, das die Werkneugier, aber vor allem auch die versierte Spielfreude des Else-Ensembles in allen Facetten, hier besonders im Andante, vor Ohren führte. Das Besondere an der mächtigen Serenade Nr.1 D-Dur von Johannes Brahms ist, dass man sie aus späteren Weiterverarbeitungen des Hamburger Meisters rekonstruieren musste. Was vorher existierte, ließ der Komponist nämlich vernichten. Herauskam ein fröhliches, teilweise tänzerisches, aber eben auch – typisch Brahms – mächtiges Werk. Und das wurde von einem erneut blendend musizierendem und miteinander kommunizierendem Ensemble allerfeinst vorgestellt. Ein begeistertes Publikum sparte nicht mit Beifall.

Für die Festival-Mitstreiter dankte Intendantin Dr. Susanne Schulte der Regierungspräsidentin, Unterstützern, Sponsoren und vor allem den vielen Mitwirkenden für fast 40 spannende Veranstaltungen. Statt Blumen gibt’s bei „Summerwinds“ Lebkuchenherzen. Und über eines konnte sich auch Pfarrer Hans-Peter Marker freuen.



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