Mo., 03.09.2018

Austauschschüler Dave Love kehrt nach 33 Jahren aus den USA nach Borghorst zurück „The Germans rock!“

Aleida Maffert (2.v.l.) und Marion Kortenbach (r.) sorgten dafür, dass der Aufenthalt von Ron (l.) und Dave Love „sehr busy“ war – und sich die drei Tage in Borghorst richtig lohnten.

Aleida Maffert (2.v.l.) und Marion Kortenbach (r.) sorgten dafür, dass der Aufenthalt von Ron (l.) und Dave Love „sehr busy“ war – und sich die drei Tage in Borghorst richtig lohnten. Foto: Bernd Schäfer

Borghorst - 

Eigentlich hätte er gerne noch einmal im „Studio M“ abgetanzt. Aber das ist ja schon lange geschlossen.

Von Bernd Schäfer

Genau wie die vielen leer stehenden Geschäfte in der Innenstadt, die ihn erstaunt haben. Als Dave Love vor 33 Jahren für zwei Monate in Borghorst war, sah einiges halt noch ganz anders aus.

1985 hat der US-Amerikaner an einem Schüleraustauschprogramm teilgenommen. Und landete bei Aleida Maffert in Borghorst. Bei „Mama Maffert“, wie er sie heute noch liebevoll nennt. Auch nach seiner Rückkehr in die Staaten blieben die Borghorster Gastmutter und ihr „Kind“ die ganzen Jahre über in Kontakt, sie schrieben sich Briefe, E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und telefonierten hin und wieder.

Das alles bekam Daves Ehemann Ron mit, las sogar dessen Tagebücher aus jener Zeit – und hatte die Idee für ein ganz besonderes Geschenk zu Daves 50. Geburtstag: Ein Kurztrip nach Borghorst.

„Es ist schön, etwas so Besonderes mit Ron zu teilen“, freut sich Dave, gemeinsam mit seinem Mann alte Erinnerungen aufleben lassen zu können.

„Ich habe an Weihnachten erfahren, dass die beiden kommen wollen“, sagt Aleida Maffert. „Das war mein schönstes Weihnachtsgeschenk.“

Das Wort Kurztrip ist übrigens durchaus wörtlich zu nehmen: Am Freitag flogen Dave und Ron aus ihrer Heimat Arizona über den großen Teich nach Amsterdam und machten sich von dort aus am Samstag auf den Weg nach Borghorst, schon am Montag hieß es wieder Abschied nehmen.

Viel erlebt haben sie trotzdem. „Wir waren sehr busy“, lacht Dave und zählt auf, was seine ehemalige Gastmutter alles organisiert hat: Eine Führung durch die Bagno-Konzertgalerie, ein Spaghetti-Eis am historischen Markt in Burgsteinfurt – das gibt es in den USA nämlich nicht, eine Grillparty mit Nachbarn und Freunden, mit Dave vor 33 Jahren kennengelernt hat, eine Shopping-Tour in Enschede oder ein Besuch im Café des Heinrich-Neuy-Museums.

Ein strammes Programm für die beiden Besucher, die nicht einmal Zeit hatten, ihren Jetlag durch die neunstündige Zeitverschiebung aus den Knochen zu kriegen. „Wir haben in den drei Tagen fast so viel gemacht wie damals in den zwei Monaten“, strahlt Dave.

Zum Beispiel auch im E-Center eingekauft. Da wurden die beiden dann doch von einem Kulturunterschied überrascht: Zuerst vermisste Ron die Express-Kasse, dann fehlte auch noch der Mitarbeiter, der die Einkäufe in braune Papiertüten verstaut... In solchen Situationen erhielten die Besucher Tipps und Erklärungen von Marion und Max Kortenbach, die „Mama Maffert“ bei der Betreuung der Besucher unterstützt haben. „Es war toll, Dave und Ron kennengelernt zu haben. Wir haben neue Freunde gefunden“, haben sich die Borghorster auf Anhieb gut mit den Männern aus Arizona verstanden.

Bis zum nächsten Besuch sollen nicht noch einmal 33 Jahre vergehen, denn: „Es war wonderful“, kann Ron die Begeisterung seines Mannes für den Ort im Münsterland jetzt gut nachvollziehen. Am meisten beeindruckt habe ihn die Freundlichkeit der Leute. Und dann soll auch nicht mehr das Posthotel Riehemann als Unterkunft dienen, obwohl Ron und Dave es in den höchsten Tönen loben. „Dann wohnt ihr bei uns“, steht die Einladung von Marion Kortenbach schon.

„Es ist schön zu sehen, dass Mama Maffert nette Leute um sich hat“, lautet Daves Fazit des Besuchs. Und das von Ron ist ganz einfach: „The Germans rock!“



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