Mo., 10.09.2018

Umdenken beim Grünflächenmanagement Drei Fliegen mit einer Klappe

Lavendel auf dem Kreisverkehr – dieses Foto ist im münsterischen Stadtteil Wolbeck entstanden. In Steinfurt sollen auch schon bald solche Pflanzen auf öffentlichen Flächen zu sehen sein.

Lavendel auf dem Kreisverkehr – dieses Foto ist im münsterischen Stadtteil Wolbeck entstanden. In Steinfurt sollen auch schon bald solche Pflanzen auf öffentlichen Flächen zu sehen sein. Foto: îsa

Steinfurt - 

Kerstin Timmers und ihr Team haben sich für die nächsten Jahre eine Menge vorgenommen. An und in den städtischen Beeten, Straßenrandstreifen und Grünanlagen sollen sich nicht nur Insekten, sondern auch die Steinfurter schon bald wohler fühlen als bisher. Mit einem Bündel von Maßnahmen sollen gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die Flächen sollen ökologisch wertvoller, optisch ansprechender sowie pflegeleichter gestaltet werden, wie die Leiterin des Baubetriebsamtes zusammen mit ihrem Chef, dem Technischen Beigeordneten Hans Schröder, in dieser Woche den Mitgliedern des Umweltausschusses erläuterte. Am Ende soll ein gesamtstädtisches Grünflächenkonzept stehen, wie der Baudezernent erklärte: „Da müssen wir ran.“

Von Axel Roll

Im Vordergrund stehen erst einmal Maßnahmen, die sich schnell und kostengünstig umsetzen lassen. Davon zählte Kerstin Timmers eine ganze Reihe auf. Als da wären: In den Lücken der Bepflanzung können Stauden wie Lavendel gepflanzt werden, der nicht nur bei Bienen gut ankommt, sondern auch hübsch anzusehen ist. Solche blühenden Pflanzen könnten außerdem anstelle der einfach nur grünen Bodendecker ausgebracht werden. An den Ortseinfallstraßen sollen zusätzlich Blumenzwiebeln eingegraben werden, damit im Frühjahr dort Narzissen und Tulpen für zusätzliche Farbtupfer sorgen. Gleiches gilt für die Kreisverkehre.

An ausgesuchten Stellen wollen die Mitarbeiter des Bauhofs das gemähte Gras nicht einfach liegenlassen, sondern abtransportieren, damit dem Boden nicht immer neue Nährstoffe zugeführt werden.

Auf dem abgemagerten Erdreich können dann leichter die selten gewordenen Wildblumen wachsen. Sie haben auf Fettwiesen das Nachsehen, werden von dem schnell wachsenden Gras verdrängt. Zu einem Gesamtkonzept würde erst ein Baum-, dann ein Grünflächenkataster zählen, wie Technischer Beigeordneter Hans Schröder erläuterte. Weiterhin soll es eine Prioritätenliste geben, in der die Pflegeintervalle für die Steinfurter Straßen festgehalten werden.

Schließlich, auch das ist Teil des neuen Grünflächenmanagements, arbeiten die Kollegen des Bauhofs immer häufiger mit Akku- statt mit den lärmenden Benzinmotorgeräten.

Die Diskussion im politischen Raum war durch einen Antrag der GAL-Fraktion ins Rollen gekommen, die in einem umfangreich begründeten Antrag unter anderem das Anlegen von Blühstreifen und -flächen im öffentlichen Raum fordert. Das von der Stadt skizzierte Maßnahmenpaket geht in diese Richtung.



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