Fr., 12.10.2018

Oldtimerfan Rolf Cosse beim „Ortstermin“ Benziner sind Auslaufmodelle

Rolf Cosse (l.) beschrieb Moderator Dr. Peter Krevert anhand des Mercedes 300 SL das Wertsteigerungspotenzial von Oldtimern.

Rolf Cosse (l.) beschrieb Moderator Dr. Peter Krevert anhand des Mercedes 300 SL das Wertsteigerungspotenzial von Oldtimern. Foto: nix

Burgsteinfurt - 

Die Zukunft gehört der Elektro-Mobilität – in welcher Form auch immer. Da ist sich Rolf Cosse, Präsident der Gesellschaft für Automobile Kultur und Organisator der Racedays, völlig sicher.

Von Rainer Nix

Motoren, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, seien out, Industrie und Politik in Deutschland hätten die Entwicklung der letzten 15 Jahre allerdings deutlich vernachlässigt. „Wir sind nicht mehr die Taktgeber“, sagt Cosse und ist überzeugt, dass China die Führung übernimmt, falls sich nicht ganz schnell etwas ändert.

Cosse war Gast bei der jüngsten Folge der Veranstaltungsreihe „Ortstermin“, organisiert vom Kulturforum Steinfurt und der Werbegemeinschaft Burgsteinfurt, moderiert von Dr. Peter Krevert.

Der Gast im mit zahlreichen Auto-Fans ausgebuchten Café Machina hat „Benzin im Blut“. In Neuenkirchen geboren, studierte Cosse in Münster und entwickelte sich anschließend bei Mercedes zum Experten in Sachen Vertrieb. Zu den Karriereschritten gehörten unter anderem die stellvertretende Geschäftsführung bei einem der führenden deutschen Opel-Händler in Essen sowie die Unternehmensberatung.

Dass sein Herz für motorisierte Fahrzeuge – egal ob zwei- oder vierrädrig – schlägt, ist kein Geheimnis. Dennoch stünden seine Frau und seine Tochter an erster Stelle und dann komme, wie er betont, lange Zeit erst einmal gar nichts.

Heute lebt Cosse mit seiner Familie in Burgsteinfurt und ist dort unter anderem Gründungspräsident des „Lions Club Münsterland Graf Arnold“, der Anfang des Jahres aus der Taufe gehoben wurde und Bildungsprojekte für junge Menschen, die „nicht so viel Glück im Leben hatten“, unterstützt. Neben den Perspektiven der Mobilität war vor allem das Auto als Kulturgut Thema des Ortstermins. Oldtimer seien nicht erst seit heute begehrte Investitionsobjekte. Cosse machte es am Beispiel eines Mercedes Benz 300 SL aus dem Jahr 1954 deutlich. Einst kostete das Nobelfahrzeug 30 000 Mark. Heute wird es ab einer Million Euro gehandelt. Es gebe also nicht nur „Betongold“ auf dem Immobilienmarkt, sondern auch „Garagengold“ auf vier Rädern. „Oldtimerfahren, das ist Lust-Mobilität“, schwärmt der Enthusiast und das habe mit Alltagsbeweglichkeit nichts zu tun. Der Markt für historische Vehikel sei 14,5 Milliarden Euro schwer, mit wachsender Tendenz.

Für den Alltag seien benzin- und dieselgetriebene Fahrzeuge allerdings Auslaufmodelle. Der CO2-Ausstoß müsse auf Grund des drohenden Klimawandels entscheidend reduziert werden, daran führe kein Weg vorbei. Der Wechsel zum E-Mobil, wie langsam oder schnell er auch vollzogen wird, habe weitreichende Konsequenzen: Menschen mit mechanischen Kompetenzen und analogem Know-how würden zunehmend in Rente geschickt. Die gesamte Branche, vor allem der handwerklich geprägte Zweig, müsse umdenken. Mit der Gründung der „Akademie für Automobiles Kulturgut“ seien erste Weichen gestellt, wie Cosse erläuterte. Dort würden Mitarbeiter aus Verkauf und Werkstatt durch den Lehrgang „Fachwirt Automobiles Kulturgut“ im Umgang mit Old- und Youngtimern geschult.



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