Projekte wie „Share“, die für jedes Produkt eine Mahlzeit oder Wasser spenden, werden präsenter
Nehmen und Geben, 1 zu 1

Während sich ein Teil der Welt die Bäuche vollschlägt, haben andere mit dem Hungertod zu kämpfen. Diese ungerechte Verteilung wird von vielen Hilfsorganisationen angeprangert. Leonie Schülting aus der Jugendfrei-Redaktion hat ein Jahr bei der Welthungerhilfe gearbeitet und sich so intensiv mit dem Thema der globalen Hungersituation auseinandergesetzt. Unter anderem ist sie da auf das Thema des 1-zu-1-Prinzips aufmerksam geworden.

Donnerstag, 15.11.2018, 15:36 Uhr aktualisiert: 20.11.2018, 16:06 Uhr
Die Marke „Share“ ist in einigen Supermärkten und Drogerien in Deutschland zu finden. Für jedes verkaufte Produkt werden entweder ein Tag Trinkwasser, eine Mahlzeit oder ein Stück Seife an Menschen in Not gespendet.
Die Marke „Share“ ist in einigen Supermärkten und Drogerien in Deutschland zu finden. Für jedes verkaufte Produkt werden entweder ein Tag Trinkwasser, eine Mahlzeit oder ein Stück Seife an Menschen in Not gespendet. Foto: Leonie Schülting

Neben dem traditionellen Weg der direkten Spende, gibt es mittlerweile schon viele andere Möglichkeiten, um Bedürftigen zu helfen.

Es wird immer wieder betont, dass man bewusst einkaufen gehen sollte, zum Beispiel sollte man bei Obst und Gemüse möglichst darauf achten, dass es regional und saisonal ist. Bei der Entscheidung für bestimmte Produkte vollbringt der Kunde aber sogar automatisch eine gute Tat. Hinter diesen Produkten steckt das 1-zu-1-Prinzip. Wenn ich mir ein Produkt kaufe, spendet das Unternehmen ein weiteres dieser Produkte oder ein dazugehörendes Hilfsangebot an eine bedürftige Person.

Die Idee ist eigentlich gar nicht so neu. Die amerikanische Marke „TOMS“ wurde im Jahr 2006 mit diesem Prinzip als Grundsatz gegründet. Für jedes verkaufte Paar Schuhe hilft das Unternehmen einem Kind in Not. Mittlerweile hat TOMS über 86 Millionen Schuhe in 70 verschiedene Länder gespendet. Später wurden auch Brillen in das Spenden-Sortiment aufgenommen. Für jede verkaufte Brille werden Brillengläser und auch medizinische Behandlungen für Bedürftige zur Verfügung gestellt. Dabei wird nicht nur die Bildung dieser Menschen vereinfacht, es verändert sich das ganze Leben, denn neue Möglichkeiten entstehen.

Auch die Brillenmarke „Warby Parker“ spendet durch das 1-zu-1-Prinzip Brillen an Bedürftige. Sie erklären auf ihrer Website, dass in Entwicklungsländern durch nur eine Brille die Produktivität der Person um 35 Prozent und das Einkommen um 20 ansteigen kann.

In Deutschland wird das Prinzip gerade wieder bekannter, denn seit Anfang dieses Jahres gibt es zum Beispiel bei Rewe und dm Produkte von der Marke „Share“ zu kaufen. Diese hat als Produkte Nuss-Müsliriegel, Wasser und Seife und spendet zugehörig dazu eine Mahlzeit für einen Menschen, einen Tag Trinkwasser oder ein Stück Seife. Dabei arbeitet das Unternehmen mit Hilfsorganisationen, wie Aktion gegen den Hunger, Welthungerhilfe und der Tafel Berlin zusammen. Außerdem sind alle Produkte mit einem QR-Code markiert, auf dem der Konsument verfolgen kann, wo und wie die „persönliche Hilfe“ ankommt. Somit gestalten sie den Vorgang transparenter.

Das Konzept von TOMS und Warby Parker ist schon sehr erfolgreich. Bei Share wird es sich in der nächsten Zeit zeigen. Diese Unternehmen haben nicht nur das Ziel bedürftigen Menschen zu helfen, sondern achten auch bei der Herstellung ihrer Produkte auf nachhaltige und faire Bedingungen. Der Konsument hat dann beim Einkauf die Möglichkeit, ein faires Produkt zu wählen und einem anderen Menschen ganz einfach und transparent zu helfen.

Leonie Schülting

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