Yannick Lux ist seit zwei Wochen in Nigeria
„O di nma – mir geht es gut“

Borghorst -

„O di nma“ – Yannick Lux hat schon ein paar Brocken Igbo gelernt. Und dieser bedeutet: „Mir geht es gut.“ Seit genau zwei Wochen ist der 27-jährige Borghorster jetzt schon in Nigeria. Vor drei Tagen hat der „Onyeocha“, der „weiße Mann“, wie er überall genannt wird, das kleine Dorf Awo Omamma erreicht, wo er die nächsten zwei Monate Aufbauhilfe im wahrsten Sinne des Wortes leisten will (diese Zeitung berichtete ausführlich).

Sonntag, 18.11.2018, 14:22 Uhr
Yannick Lux ist endlich in Awo Omamma angekommen. Der Empfang in dem kleinen Dörfchen war phänomenal. Der Borghorster wird beim Bau des Waisenhauses helfen und Nachhilfeunterricht für die Kinder organisieren.
Yannick Lux ist endlich in Awo Omamma angekommen. Der Empfang in dem kleinen Dörfchen war phänomenal. Der Borghorster wird beim Bau des Waisenhauses helfen und Nachhilfeunterricht für die Kinder organisieren. Foto: Axel Roll

Nervenaufreibende Autofahrten, stressige Einkäufe auf den Märkten, ein Klima, das die heißesten Sommertage in Deutschland in den Schatten stellt, eine unfassbare Gastfreundschaft und die Entdeckung der „afrikanischen Stunde“ – verabredet man sich um fünf, trifft man sich um sechs Uhr – sind nur Erlebnisse am Rande verglichen mit dem Empfang in Awo Omamma: „Das war der aufregendste Tag seit meiner Geburt“, schreibt Yannick in seinem Blog.

Die Familien bereiteten dem Gast aus Deutschland einen Empfang, der mit Worten kaum zu beschreiben ist. Yannick Lux lernte die Menschen kennen, konnte aber auch das Waisenhaus besichtigen, das im Ort mit Spendengeldern aus Borghorst gebaut wird. „Ein unglaublich imposantes Haus“, schreibt Yannick Lux. Es ist die Herzensangelegenheit von Felicia Odum, die in Borghorst seit einigen Jahren Geld für den Bau sammelt. Durch ihre Vermittlung kam Yannick Lux auch nach Nigeria. Er wird in den kommenden Wochen beim Bau helfen, aber auch im Ort Nachhilfeunterricht für die Kinder organisieren.

„Primär geht es um den Innenausbau des größten Raumes im Haus, dem Klassenzimmer“, beschreibt der 27-Jährige seine selbstgestellte Hauptaufgabe. Allerdings tun sich gerade ungeahnte Schwierigkeiten auf: „Es musste ein Baustopp ausgerufen werden, weil dem Verein gerade das Geld ausgegangen ist“, lässt der Borghorster die WN-Redaktion über eine Whats-app-Nachricht wissen. Darum ruft er die Freunde des Vereins Chiemela auf, doch kräftig für das Projekt zu spenden.

Der freiwillige Helfer legt deswegen aber die Hände nicht in den Schoß. „Wir machen uns auf den Weg über die Märkte, um Preise für Materialien einzuholen.“ Dabei gehe es um Holz, Nägel, Hammer für Bänke, Tische, Tafel und andere Basics. Besonders Holz sei in Nigeria sehr teuer und schwer zu bekommen.

Vor dem Baustopp konnte Yannick Lux den Arbeitern über die Schulter schauen, die gerade die Mauer bauen, die das Waisenhaus einmal umgeben soll. „Die Jungs klotzen wirklich rein“, lobte der Borghorster.

Vor seinem Eintreffen in Awo Omamma legte der freiwillige Helfer Zwischenstation in Lagos und Owerri ein, um sich ein wenig zu akklimatisieren. Wie der Borghorster feststellen musste, unterscheiden sich die Lebensverhältnisse in Groß- und Kleinstädten aber völlig von denen in kleinen Dörfern. Für ihn alles zum Teil schwer zu verarbeitende Eindrücke. Insbesondere die Armut macht dem Borghorster zu schaffen.  

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