„DietutniX“ in neuer Zusammensetzung im Arnoldinum
Auf Tempo, Ironie und Schlagfertigkeit ist Verlass

Burgsteinfurt -

Ein voll besetzter Saal am Samstagabend im Arnoldinum mit Frauen und Männern, die sich auf die „DietutniX“ freuen. Manche auch fragend. Wie wird die neue Zusammensetzung der Gruppe funktionieren? Geblieben sind Susanne Anders, Sabine Hollefeld, Heike Knief. Mit dem Programm „minus2plus1gleich4“ ist Petra Münsterweg hinzugekommen.

Sonntag, 09.12.2018, 16:54 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 16:12 Uhr
Präsentierten sich im Burgsteinfurter Arnoldinum vor ausverkauftem Haus in neuer, schlagkräftiger Zusammensetzung: Das Kabarett-Quartett „DietutniX“.
Präsentierten sich im Burgsteinfurter Arnoldinum vor ausverkauftem Haus in neuer, schlagkräftiger Zusammensetzung: Das Kabarett-Quartett „DietutniX“. Foto: Rose

Die Künstlerinnen thematisieren im Verlauf ihres Auftritts im Burgsteinfurter Gymnasium selber ihren Neustart, indem sie sich einer liebevollen, ironischen Betrachtung unterziehen, die nach einem Medley mit dem Lied „Zu viert“ nach der Melodie von „Tonight“ endet. Ihr Statement ist eindeutig: „Wir starten durch mit voller Kraft.“ Und: „Wir spielen bis zum Maximum für unser Publikum.“ Dies wird mit brausendem Applaus honoriert.

Blitzschnell, wie gewohnt, geht es mit dem Scherz weiter, dass Hollefeld berichtet, ihr Sohn habe nach dem Schützenfest versucht, mit dem Fahrradschlüssel ins Haus zu kommen. Eine Überleitung zum Thema Jugend und Sprache, in dessen Untiefen Knief und Münsterweg als Lehrerinnen einsteigen.

Zurzeit liegt die Regie in den Händen des Ensembles selbst. Dabei ist Heike Knief stärker in Sprechrollen eingebunden ist, die sie sehr gut erfüllt.

Für Verblüffung sorgt eine ernsthaft aufgebaute Nummer des Kabaretts, die die Pflegesituation kritisiert. Deshalb, weil eine Altenpflegerin (Heike Knief) mit Begeisterung über ihren Beruf spricht. Witzig, weil eine Polin (Petra Münsterweg) ihren Einsatz beim deutschen Günter als Arbeitsausflug begründet. Traurig, weil eine Mutter (Sabine Hollefeld) verzweifelt über den im Koma liegenden Sohn ist. Sehr komisch, weil eine 92-jährige Frau (Susanne Anders) aus ihrem momentanen abwechslungsreichen Leben erzählt.

Beim Treffen der Frauen großer Staatsmänner, von Trump, Erdogan, Macron kommt es zum Klamauk, als Seehofers Karin (Sabine Hollefeld) im Dirndl hereinplatzt. „Wir wollen noch politischer werden“, betont Knief.

Ideen scheinen den Vieren nicht zu fehlen. Gleichzeitig leben ihre Auftritte von der Leidenschaft und der Liebe zum Kabarett, die sich auch in einer unbändigen Spielfreude ausdrückt, wie der Dialog über den missglückten Flug zweier Westfälinnen, der im Platt gesprochen wird. Der besondere, lokale Bezug gefällt dem Publikum. Den neuen Kultsong, den Sabine Hollefeld neben „Ich habe Sommer“ und „die Hose“ sang, heißt „Er ist in Rente“.

Das Programm erscheint konzentrierter, weniger bunt, Kostüme spielen eine geringere Rolle. Auf die großartig musikalische und göttlich komische Art und Weise ihres Spiels ist weiterhin Verlass.

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