Besitzeinweisung wurde schnell umgesetzt
Um 8 Uhr standen Pflöcke da

Burgsteinfurt -

Hans-Gerd und Inge Becker sind die ersten, die die als „Besitzeinweisungsmaßnahme“ umschriebene Enteignung von Flächen für den Bau der K 76n erleben müssen. „Am Freitag haben wir das Schreiben der Bezirksregierung erhalten, dass ein Teil unserer Flächen am darauf folgenden Montag um 0 Uhr in den Besitz des Kreises übergehen“, denkt Becker an den Tag vor gut einer Woche zurück. „Und direkt am Montagmorgen um 8 Uhr waren Mitarbeiter des Kreises da und haben das Gelände eingemessen und mit Pflöcken markiert.“

Dienstag, 11.12.2018, 17:24 Uhr
Nur acht Stunden, nachdem der Kreis über die Fläche der Beckers verfügen durfte, nahmen Mitarbeiter sie in Beschlag.
Nur acht Stunden, nachdem der Kreis über die Fläche der Beckers verfügen durfte, nahmen Mitarbeiter sie in Beschlag. Foto: Bernd Schäfer

Am Tag darauf wurde die Fläche bereits gefräst und eingesät. Am vergangenen Montag hat ein vom Kreis beauftragtes Lohnunternehmen Bäume gesetzt. „Das alles, ohne dass es bis jetzt einen Gerichtsbeschluss gibt“, kann Hans-Gerd Becker diese Eile kaum fassen.

Auf Nachfrage habe der Kreis diese Eile damit begründet, dass die vom Gesetzgeber als Ausgleichsmaßnahme für den eigentlichen Straßenbau geforderte Fläche in zwei Jahren so weit renaturiert sein müsse, dass dort einige Feldsperlingspärchen, die durch die K 76n ihre Heimat verlieren, dort ein neues Zuhause finden können.

Damit ist für die Beckers die Enteignung noch nicht abgeschlossen. In einem nächsten Zug wird der Kreis die Flächen für den Straßenverlauf einziehen müssen – dass die Landwirte ihre ablehnende Haltung aufgeben und ihre Flächen freiwillig verkaufen scheint ausgeschlossen. „Wir sind doppelt betroffen“, bedauert Inge Becker. Denn auch die Straße werden sie direkt erleben. „Die geht dann fast vor unserer Haustür her.“

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