Stellenplan 2019
Vertrauen oder Kontrolle?

Steinfurt -

Zwischendurch schien die Befürchtung berechtigt, dass die Sitzung in einer Nachtschicht enden würde: Der von der Verwaltung vorgelegte Stellenplan für 2019 hatte es in sich, sah er doch die Ausweitung um zehn auf 289 Stellen vor. Entsprechend groß war am Dienstag im Hauptausschuss der Diskussionsbedarf: Erst gegen 22.30 Uhr löste sich die Runde auf – nach viereinhalb Stunden Sitzungszeit und einer Abstimmung über jeden einzelnen Posten.

Freitag, 14.12.2018, 09:41 Uhr

Das Dilemma, in dem die Politiker in dieser verantwortungsvollen Entscheidung steckten, wurde immer wieder deutlich. Kann man der Verwaltung in ihren Begehrlichkeiten vertrauen oder sollte man vor einem Votum erst eine Kontrolle einschalten, um mehr Objektivität zu gewinnen? Immer wieder kreisten die Eingaben um diese beiden Pole, riss das Gremium in seinem Meinungsbild hin und her.

„Zehn Stellen mehr bedeuten 30 Prozent mehr Personalkosten. Wir fallen schnell wieder in ein Loch“, warnte beispielsweise Günther Schwarte (CDU). „Wir müssen weiter verantwortungsvoll sparen, daher sind wir gegen jede Personalaufstockung im nichtpflichtigen Bereich“, machte Dr. Reinhold Dankel für die FWS deutlich. Klaus Meiers (SPD) forderte mehr Objektivität in Form von Messzahlen: „Wir müssen ansonsten zu sehr aus dem Bauch entscheiden.“ Stefan Ludwigs (FDP) brach eine Lanze für die Verwaltung: „Bis auf die Stelle des Gebäudeenergieberaters werden wir dem Verwaltungsvorschlag zustimmen.“ Alfred Voges (SPD) schlug in die gleiche Kerbe: „Wir müssen das Signal senden, dass wir die Verwaltung unterstützen.“

Als CDU-Mann Ralf Stegemann den Vorschlag machte, die Verwaltungsarbeit extern evaluieren zu lassen, gab es heftigen Widerspruch von Verwaltungsseite. „Das würde Alarmstimmung in der Verwaltung auslösen“, sprach Fachdienstleiter Personal Helmut Grönefeld Taccheles. Schon jetzt arbeite die Rathausmannschaft am Limit. Die vorgeschlagene Stellenausweitung sei mit Blick auf die weiter steigende Aufgabenlast erforderlich, um Handlungsfähigkeit zu erhalten. „Wollen Sie, dass wir in Zukunft agieren oder nur noch reagieren können?“, warf der emotional aufgewühlt wirkende Fachdienstleiter in den Raum.

Bei der folgenden Einzelabstimmung, bei der es mit Ausnahme der Stelle des Klimaschutzmanagers durchweg sehr enge Entscheidungen gab, konnte sich die Verwaltung mit ihren Vorschlägen dann weitgehend durchsetzen. In der Summe gab es für die Einrichtung von acht weiteren Stellen grünes Licht. Es sind dies: Fachdienst Innere Dienste/Organisation (1), Personalsachbearbeitung/Ausbildungsleitung (0,4), Sachbearbeitung Haushalt/Kämmerei (0,5), Ermittlung C-Beiträge/Kämmerei (1), Ordnungsamt (1), Aufstockung der Büchereileiterstelle auf Vollzeit (0,23), Baubetriebshof (2), Azubi Verwaltungsfachangestellter (1). Die Stelle des IT-Technikers für die Schulen wird zunächst mit einem Sperrvermerk versehen.

Abgelehnt wurden die Fortführung der Stelle des Gebäudeenergieberaters und die Stelle zentrale Vergabe im Bauamt sowie der Antrag der SPD, mehr Personal im Bereich Jugendpflege/Streetworker einzustellen.

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