Rat diskutiert über Baustellen-Zuwegung an der Münsterstraße
Erst Abriss, dann Neubau

Borghorst -

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer hat es vor den Mitgliedern des Rates bestätigt: „Ja, es ist eine Einigung erzielt worden.“ Danach wird jetzt doch das Wohn- und Geschäftshaus an der Münsterstraße abgerissen und dann erst mit dem Bau des Mehrfamilienhauses samt Tiefgarage im dahinter liegenden Garten begonnen. Die heiß diskutierte Andienung der Baustelle über die schmale Zufahrt zur benachbarten Stadtvilla ist damit obsolet.

Sonntag, 16.12.2018, 13:52 Uhr
Auf diesem Grundstück soll ein Zehn-Parteien-Haus samt Tiefgarage entstehen. Dafür wird jetzt das Haus ganz rechts auf dem Foto abgerissen. Über die Baulücke wird die Baustelle dann angefahren.
Auf diesem Grundstück soll ein Zehn-Parteien-Haus samt Tiefgarage entstehen. Dafür wird jetzt das Haus ganz rechts auf dem Foto abgerissen. Über die Baulücke wird die Baustelle dann angefahren. Foto: Axel Roll

Technischer Beigeordneter Hans Schröder ergänzte, dass er allerdings noch „nichts Schriftliches“ über die Einigung zwischen Investor und Verkäufer des Grundstücks vorliegen habe.

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU, Alfred Voges und Norbert Kerkhoff, hatten sich zuvor bei der Verwaltung erkundigt, warum ihre Anträge zu dem brisanten Thema acht Wochen ohne Antwort geblieben seien. Die Christdemokraten hatten eine Stellungnahme von der Verwaltung zu den Folgen der Baustelle für den Einzelhandel erbeten, die Sozialdemokraten wollten die sicherheitstechnischen Aspekte beleuchtet wissen.

Wie sich in der Diskussion herausstellte, gibt es das Papier der Wirtschaftsförderung bereits, wurde der CDU aber nicht zur Verfügung gestellt. „Das ist irgendwo versackt“, musste die Bürgermeisterin einräumen.

Norbert Kerkhoff machte klar, dass die jetzt gefundene Lösung alles andere als optimal sei. Er fragte den Technischen Beigeordneten, warum die Zufahrt über den Parkplatz des Wohnblocks an der Meerstraße von der Verwaltung nicht weiter verfolgt worden sei. So hätte der Baustellenverkehr ganz von der Münsterstraße ferngehalten werden können. Beeinträchtigungen für Einzelhandel und Gastronomie sowie die Gefährdung der Schulkinder wären damit vermieden worden, so seine Überzeugung. Wie der CDU-Fraktionschef sagte, sei diese Lösung schon vor drei Jahren in trockenen Tüchern gewesen. Und die Eigentümergemeinschaft an der Meerstraße sei auch heute noch für diese Variante zu haben. „Einziger Pferdefuß ist dabei die Tatsache, dass der Investor dass kaputtgefahrene Pflaster ersetzen muss.“

Der Baudezernent entgegnete, dass die Verwaltung diese Alternative nicht habe fordern können: „Das ist nicht unsere Aufgabe.“ Die Parteien untereinander hätten sich einigen müssen. Und der Investor sei jetzt nicht mehr bereit, über diese Option zu reden. Norbert Kerkhoff zeigte sich überzeugt, dass der Lkw-Verkehr auf der Münsterstraße auch nicht ohne Folgen für das rote Pflaster bleiben wird. „Ich hoffe doch, dass dafür dann auch der Investor aufkommt?“

Wie berichtet, könnte Martin Linke als Inhaber des Sportgeschäfts an der Münsterstraße mit der jetzt erzielten Einigung leben, weil die Parkplätze vor seinem Geschäft vom Baustellenverkehr nicht blockiert würden. Dafür regt sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite heftiger Widerstand. Mathias Elshoff als Eigentümer des „Ello“ befürchtet massive Umsatzrückgänge für seine Außengastronomie.

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