Café am Sonntag vor Heiligabend verkürzt die Tage der Einsamkeit
Für manche ist es eine besonders schwere Zeit

Steinfurt -

Weihnachten ist das Fest der Familie. Für das Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde zusammenkommen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. „Für manche ist es aber auch von Einsamkeit geprägt“, weiß die Caritas-Suchtberaterin Heike Hille, dass sich nicht alle Menschen auf die Feiertage freuen.

Freitag, 21.12.2018, 17:28 Uhr
Im Café der Caritas-Sucht- und Drogenberatungsstelle kann am Sonntagmorgen geklönt und gebruncht werden. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich.
Im Café der Caritas-Sucht- und Drogenberatungsstelle kann am Sonntagmorgen geklönt und gebruncht werden. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich. Foto: Bernd Schäfer

Überhaupt sei die dunkle Jahreszeit für die Besucher der Sucht- und Drogenberatungsstelle an der Emsdettener Straße keine einfache Zeit. Da sind einsame Weihnachtstage eine besonders große Gefahr für Rückfälle.

Um diese Gefahr etwas einzudämmen, bietet die „Drobse“ beim Montagscafé die Möglichkeit, sich mit anderen zu treffen und bei einer Tasse Kaffee über Gott und die Welt zu reden.

Zum Beispiel über „Dorfthemen“, wie es die junge Frau ausdrückt, die an diesem Morgen an dem Kaffeetisch sitzt. Sie selbst vor kurzem zur Entgiftung in der Fachklinik für Suchtmedizin und Psychotherapie in Hörstel. Seitdem besucht sie das Café regelmäßig, um Leute zu treffen, die in der gleichen Situation wie sie selbst sind.

Angst vor den Feiertagen hat die junge Frau nicht, sie hat eine Familie, mit der sie gemeinsam Weihnachten feiern kann. Aber sie weiß auch, dass das längst nicht bei allen Leuten, die sie beim Montagscafé trifft, so ist. „Für die, die alleine sind, ist das eine schwere Zeit.“ Und die ist in diesem Jahr besonders lang, vom Sonntag über Heiligabend bis zum zweiten Weihnachtstag sind es vier Tage, an denen die Welt quasi stillsteht.

Natürlich gibt es für die meisten die Möglichkeit, Freunde oder Verwandte zu besuchen. „Aber da willst du nicht hingehen, weil du Angst hast, denen auf die Nerven zu gehen“, drückt ein Mann die Gedanken derjenigen aus, die einen Großteil ihrer Zeit alleine verbringen. Deshalb sind er und die anderen an der Kaffeetafel froh, dass sie sich am Tag vor Heiligabend in der Beratungsstelle an der Emsdettener Straße treffen und klönen können.

Wie viele es am Sonntag sein werden, weiß auch Heike Hille noch nicht – für die Caférunden braucht es keine Anmeldung, jeder, der will, kann vorbeikommen. „Diese Ungewissheit ist halt Bestandteil unserer Arbeit.“ Etwas anderes ist dagegen sicher: Das Ambiente für die Kaffeerunde ist weihnachtlich. „Wir haben das Glück, dass wir hier einige Deko-Queens haben“, lacht Heike Hille. „Und neben einem reichhaltigen Brunch und weihnachtlicher Musik wird es auch noch einige Überraschungen für die Besucherinnen und Besucher geben.“

Zum Thema

Am Sonntag (23. Dezember) ist die Sucht- und Drogenberatungsstelle des Caritasverbands ab 11 Uhr für das Weihnachtscafé geöffnet. Das Montagscafé wird auf Donnerstag (27. Dezember) verlegt und ist von 9.30 bis 11.30 Uhr geöffnet.

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