Musical Company Steinfurt
Erfolgsstory in zehn Akten

Steinfurt -

Die Musical Company Steinfurt feiert in diesem Jahr ein Doppeljubiläum. Seit fünf Jahren bereichert die illustre, im Martin-Luther-Haus beheimatete Theaterschar nun schon die Steinfurter Kulturszene – und hat in diesem Zeitraum, rechnet man das aktuelle Stück mit ein, stolze zehn Titel zur Aufführung gebracht.

Freitag, 25.01.2019, 18:00 Uhr
In der Requisite: Die beiden Ensemblemitglieder Indra Teepe und Daniel Lücke zeigen einige Ausstattungsgegenstände, die in das Bühnenbild des aktuellen Stücks „Elixier“ eingebaut werden.
In der Requisite: Die beiden Ensemblemitglieder Indra Teepe und Daniel Lücke zeigen einige Ausstattungsgegenstände, die in das Bühnenbild des aktuellen Stücks „Elixier“ eingebaut werden. Foto: Ralph Schippers

Ob’s die Akteure wirklich auf dem Schirm hatten? Der kurzfristig für den Pressetermin bestellte Luftballon in Form der Zahl fünf lässt zumindest Raum für Spekulationen. Fest steht: Die Musical Company Steinfurt feiert in diesem Jahr ein Doppeljubiläum. Seit fünf Jahren bereichert die illustre, im Martin-Luther-Haus beheimatete Theaterschar nun schon die Steinfurter Kulturszene – und hat in diesem Zeitraum, rechnet man das aktuelle Stück mit ein, stolze zehn Titel zur Aufführung gebracht.

Einer, der von Beginn an mit dabei war, ist Daniel Lücke. „Der Anfang mit ,Hairspray‘ war durchaus schwierig“, erinnert sich der 30-Jährige, der als Regieleiter die Fäden in den Händen hält, sich selbst aber auch gerne als „Mädchen für alles“ bezeichnet. Aber dann klappte es mit zeitlicher Verzögerung von rund einem halben Jahr dann doch noch mit der ersehnten Premiere. Und die war sehr erfolgreich. „Das hat uns zusammengeschweißt“, erinnert sich Lücke gerne zurück.

Die Erfolgsstory fand in den folgenden Jahren mit Stücken wie „Musical Gala“ (2015), „Dracula“ (2016) oder „Heiße Ecke“ (2018) ihre Fortsetzung. „Dracula hat uns schon sehr weit nach vorn gebracht“, blickt Indra Teepe zurück. „Aber der richtige Durchbruch kam dann mit der ‚Heißen Ecke‘“, sagt die 40-Jährige, die 2015 zum Team gestoßen ist und inzwischen nicht nur Sprachrollen wahrnimmt, sondern sich auch im Gesang vervollkommnet hat. „Noch bin ich nicht fit für einen Part á la Marie Antoinette“, lacht sie. Aber auch in der Rolle der „einfachen Hausfrau“, die sie im neuen Stück „Elixier“ verkörpert, sei sie glücklich.

Rund 20 Mitglieder hat das aktuelle Ensemble. „Es ist ganz bunt gemixt“, sagt Daniel Lücke. Von der Bankerin bis zum Studenten, vom Anfang-20-Jährigen bis zum schon reiferen Semester reicht das Spektrum. Ihnen allen gemein ist die Begeisterung fürs Theaterspiel und allem, was damit zusammenhängt. Viele der Mitglieder sind multifunktional unterwegs: Schauspiel, Tanz, Gesang, Musik – ein Engagement in der Musical Company bietet viel Abwechslung. Das gilt gleichermaßen für Tätigkeiten hinter der Bühne: Maske, Requisite, Licht- und Tontechnik, für all diese, für eine erfolgreiche Aufführung nicht weniger wichtigen Bausteine, gibt es im Ensemble Spezialisten. Und es können gerne noch ein paar mehr werden, würden sich Indra Teepe und Daniel Lücke über weitere Mitglieder freuen. Wer Interesse hat am Theater und den Brettern, die die Welt bedeuten, sollte einfach mal hereinschnuppern und einer Probe im MLH ganz unverbindlich beiwohnen.

Wer kommt, erlebt nicht nur eine eingeschworene Truppe voller Enthusiasmus, sondern auch die einzigartige, nostalgisch-gemütliche Atmosphäre, die der große Saal und die fest eingebaute Bühne im „Haus der Bürger“ bieten. Die Musical Company war 2014 einer der ersten Mieter, die nach der Übernahme des früheren evangelischen Gemeindehauses durch eine Bürgergenossenschaft eingezogen sind. „Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben“, betonen die beiden für die Pressearbeit zuständigen Mitglieder. In der Öffentlichkeit werde das MLH mittlerweile sehr stark mit der Musical Company assoziiert. Über die Jahre, so betonen beide, habe sich ein treues Stammpublikum entwickelt. Und reichlich Lob verteilt. „Das motiviert natürlich ungemein“, sagt Daniel Lücke.

Apropos Motivation. Die ist derzeit besonders gefragt, stecken die Akteure doch mitten in den Proben für das neue Stück. „Elixier“ lautet der Titel der Autorin Kati Naumann. Sänger und Komponist Tobias Künzel („Die Prinzen“) entwickelte die Partitur zu dem Drama, das die klassischen Themen Liebe und ewige Jugend zum Inhalt hat und dabei die Geschichte der DDR mit einbezieht. „Ein Musical mit märchenhafter Story“, verspricht Indra Teepe erlebnisreiche Momente beim Zuschauen.

Auch für 2020 hat die Schauspielschar schon konkrete Aufführungspläne, schließlich müssen die Lizenzen frühzeitig erworben werden. Exklusiv für diese Zeitung verraten Indra Teepe und Daniel Lücke bereits den Titel des künftigen Stücks: „Der kleine Horrorladen“ ist ein „Grusical“ rund um eine fleischfressende Pflanze mit viel Tempo und Witz, lächeln beide vielsagend. Die Erfolgsstory der Musical Company kann also fortgeschrieben werden.

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