Die Handynutzung an weiterführenden Schulen in Steinfurt
Handys an Schulen – ein Segen?

Steinfurt -

Das Handy ist aus dem Alltag vieler Schüler nicht mehr wegzudenken. Auch an Schultagen bleibt es darum selten Zuhause. Während in Frankreich ein generelles Verbot für Schülerinnen und Schüler bis zum Alter von 15 Jahren in Schulen gilt, werden die Regeln in Deutschland weitestgehend den Schulen selbst überlassen. Wie gehen die weiterführenden Schulen mit der Handynutzung in Steinfurt um? Eine Umfrage bringt es an den Tag.

Donnerstag, 31.01.2019, 22:00 Uhr
Handys in den Pausen oder im Unterricht sind auch in Steinfurt gang und gäbe.
Handys in den Pausen oder im Unterricht sind auch in Steinfurt gang und gäbe. Foto: dpa

„Die Schüler dürfen keine Handys benutzen, außer wenn der Lehrer dieses erlaubt“, berichtet Chris Smolka, Sekretärin der Realschule am Buchenberg. Während des Unterrichts dürften die Smartphones nur herausgeholt werden, wenn die zuständige Lehrperson dieses gerade erlaubt. Bei Klassenarbeiten und Klausuren ist das Handy absolut verboten, da sind sich alle weiterführenden Schulen in Steinfurt einig. Dies wäre ohnehin rechtlich nicht gestattet.

„Handys dürfen nicht in den Unterrichtsräumen und zu Unterrichtszeiten benutzt werden oder sichtbar sein. In den Pausen dürfen die Handys benutzt werden“, verrät der Schulleiter der Hauptschule am Bagno Gerd Clancett. Am Arnoldinum in Burgsteinfurt sieht es da schon ganz anders aus. Dort dürfen die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun nur in den Mittagspausen und an bestimmten Plätzen der Schule ihre Smartphones nutzen. Die Oberstufenschüler hingegen dürfen das Handy ohne zeitliche Einschränkung in die Hand nehmen, jedoch nicht in den Fluren der Klassen- oder Kursraumtrakte.

Auf der Homepage des Städtischen Gymnasiums in Borghorst steht, dass „die Mobiltelefone ausgeschaltet und nicht sichtbar sein“ sollen. Und weiter: „Über Ausnahmen entscheidet der Lehrer. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Oberstufenaufenthaltsräume im Pavillon sowie die von den Lehrkräften genutzten Räume im Verwaltungstrakt.“

Bei Verstößen gegen die Vorschriften wird an allen weiterführenden Schulen das Gerät eingezogen und erst am Ende des Schultags oder am nächsten Tag wieder herausgegeben.

Die Frage, welche Handynutzungsregeln für Schulen die richtigen sind, ist umstritten. Einerseits können die Geräte für verschiedene Unterrichtszwecke wie beispielsweise Recherchieraufgaben genutzt werden oder auch als kleiner Rettungsanker, wenn man mal wieder etwas Zuhause vergessen hat, oder um die Langeweile zu vertreiben, wenn eine Stunde ausfällt. Die große Gefahr: Die elektronischen Begleiter können auch schnell als Kommunikationsersatz zur sozialen Vereinsamung beitragen. Bleibt die spannende Frage, wie sich Schulen auf Dauer gegen den Smartphone-Boom stellen können.

In Frankreich ist das „Handy-Gesetz“ seit September in Kraft. Weil Schulpolitik in Deutschland Ländersache ist, gibt es viele verschiedene Regelungen, wie Schulen mit der Thematik umgehen. Bayern ist das einzige Bundesland, in dem gesetzlich geregelt ist, dass Mobiltelefone im Unterricht ausgeschaltet werden müssen. Worauf sich Schüler in Nordrhein-Westfalen zukünftig einstellen müssen, ist noch offen.

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