Verkehrsunfallbilanz Steinfurt 2018
Unter-15-Jährige leben gefährlich

Steinfurt -

Die Steinfurter Straßen sind ein gefährliches Pflaster: Die Zahl der Unfälle hat im vergangenen Jahr vergleichsweise stark zugenommen. Vor allem bei der Gruppe der Unter-15-Jährigen gab es im Vergleich zu anderen Kommunen des Kreises eine überproportionale Zunahme.

Dienstag, 05.03.2019, 15:08 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 16:34 Uhr
Unfälle wie dieser in der vergangenen Woche auf der Ochtruper Straße, bei denen Personen verletzt werden, nehmen auch in Steinfurt weiter zu.
Unfälle wie dieser in der vergangenen Woche auf der Ochtruper Straße, bei denen Personen verletzt werden, nehmen auch in Steinfurt weiter zu. Foto: Ralph Schippers

13 064 Verkehrsunfälle ereigneten sich 2018 auf den Straßen des Kreises Steinfurt – gegenüber den Vorjahr eine Steigerung um 1,6 Prozent. Das teilte Landrat Dr. Klaus Effing in der vergangenen Woche bei der Veröffentlichung der Verkehrsunfallbilanz mit. Wie aber sieht es auf den Straßen der Kreisstadt aus? Ein Blick in das Zahlenwerk der Kreispolizeibehörde gibt darüber detailliert Auskunft. Demnach registrierten die Beamten auch in Steinfurt zum Teil deutliche Steigerungen. Bei den Unfällen mit Sachschaden wird für 2018 die Zahl 809 ausgewiesen – das waren 52 mehr als noch 2017 und 175 mehr als 2015. Bei den Crashs, bei denen auch Personen verletzt wurden, ergibt sich ein ähnliches Bild: 2018 wurden 155 Unfälle dieser Kategorie gezählt, ein Jahr zuvor waren es 123 und drei Jahre zuvor 110 gewesen.

Wie aus der polizeilichen Statistik weiter hervorgeht, wurden bei den Unfällen, die sich im vergangenen Jahr im Stadtgebiet ereigneten, drei Personen tödlich verletzt. 2017 waren ebenfalls drei Tote zu beklagen, 2015 waren es zwei. Nach Altersgruppen differenziert verletzten sich in Steinfurt im vergangenen Jahr 24 Personen unter 15 Jahren (2017: 14), die Altersgruppe 18 bis 24 Jahre ist mit 38 (2017: 31) und die Kategorie der Über-65-Jährigen mit 20 Verunglückten (2017: 24) vertreten.

Dass Steinfurt unter den Kreiskommunen ein durchaus gefährliches verkehrliches Pflaster ist, zeigt der Vergleich der so genannten Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ). Sie gibt die Anzahl der Verkehrsunfälle hochgerechnet pro 100 000 Einwohner an. Der Wert für die Kreisstadt lag 2018 bei 610,3 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (446,0) deutlich gesteigert. Die statistische Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verkehrsunfalles zu werden – nichts anderes sagt die VHZ aus –, ist damit in Steinfurt unter allen Kommunen des Kreises am höchsten.

Insbesondere in der Altersgruppe der Unter-15-Jährigen ist ein deutlich negativer Trend zu beobachten: In Relation zur Einwohnerzahl hat Steinfurt mit 496,7 laut Polizei-Statistik die kreisweit mit Abstand höchste VHZ. Dies ist aber wohl nur zum Teil dem Umstand geschuldet, dass die Kreisstadt hervorgehobener Schulstandort ist. Denn im Jahr zuvor lag die VHZ mit 294,9 nicht nur deutlich niedriger, sondern war auch im Vergleich der Kreiskommunen eher im Mittelfeld gelegen.

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