Borghorster Bauhaus-Schüler wird im Jubiläumsjahr von Schülern neu entdeckt
Filmdoku über Heinrich Neuy

Borghorst -

Ein eigenes Museum hat er schon. Was Heinrich Neuy noch fehlt, ist ein eigener Dokumentarfilm. Diese Lücke schließen jetzt drei Oberstufenschüler des Gymnasium Borghorst gemeinsam mit Klaus Uhlenbrock.

Dienstag, 19.03.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 15:02 Uhr
Klaus Uhlenbrock, Alex Jacob und Anne Winzen arbeiten momentan an einer Filmdokumentation über Heinrich Neuy. Darin kommen auch Menschen zu Wort, die den 2003 verstorbenen Künstler und Handwerker kannten – wie Schreinermeister Alfred Flügemann.
Klaus Uhlenbrock, Alex Jacob und Anne Winzen arbeiten momentan an einer Filmdokumentation über Heinrich Neuy. Darin kommen auch Menschen zu Wort, die den 2003 verstorbenen Künstler und Handwerker kannten – wie Schreinermeister Alfred Flügemann. Foto: Bernd Schäfer

Vor genau 100 Jahren wurde das Bauhaus gegründet – klar, dass da in der Heimatstadt eines seiner Schüler mit Ausstellungen, Aktionen und Projekten an ihn erinnert wird.

Auch an den Schulen: Gemeinsam mit dem Autor und Filmemacher Klaus Uhlenbrock und ihrer Lehrerin Anne Winzen arbeiten Alex Jacob, Yannick Sandfort und Erik Wenker aus der Q1 und Q2 des Gymnasium Borghorst gerade an einer Filmdoku über Heinrich Neuy.

Einiges an Material haben sie dafür bereits gesammelt: Etwa alte Fotos aus dem Archiv von Neuy-Tochter Hedwig Seegers, darunter eines, das ihn zusammen mit dem Bauhaus-Gründer Walter Gropius zeigt. Oder Interviews mit Menschen, die Heinrich Neuy in seiner Borghorster Zeit erlebt haben, als er in der Fürstenstraße eine Tischlerei betrieb. Oder mit dem münsterischen Bauhaus-Experten Professor Martin Korda.

Anderes soll noch ergänzt werden: „Wir suchen noch ehemalige Lehrlinge von Heinrich Neuy“, sagt Klaus Uhlenbrock, der das Doku-Projekt begleitet. Denn: „Es ist eben etwas anderes, ob ich etwas nur berichte oder ob jemand wie der Borghorster Schreiner Alfred Flügemann ganz persönliche Erlebnisse erzählt.“

Zusätzliche Lebendigkeit soll der Film durch nachgespielte Szenen aus dem Leben von Heinrich Neuy bekommen. Uhlenbrock fällt da auf Anhieb die Erinnerung Neuys an seine Zeit als Kriegsgefangener in einem englischen Lager ein: Dort habe ihn ein Militärarzt mit Zeichenmaterial versorgt. Der Film, der bis zum Anfang der Sommerferien fertiggestellt wird, soll um die 45 Minuten lang werden und auf DVD und BluRay erhältlich sein. Dafür wird er sogar mit englischen Untertiteln versehen. „In Amerika haben Heinrich Neuy und das Bauhaus einen hohen Stellenwert“, sagt Klaus Uhlenbrock.

Der ist in der Heinrich-Neuy-Schule derzeit mindestens genauso hoch: Ein Projekttag war am Dienstag der Auftakt für eine ganze Reihe von Aktionen rund ums Bauhaus und den Namensgeber ihrer Schule. „Jeder Lehrer und jede Lehrerin bietet eines von ganz verschiedenen Angeboten“, freute sich Schulleiterin Carola Michaelsen beim Blick in die Klassenräume, in denen Schüler aller Jahrgangsstufen je nach Interesse gemeinsam werkeln konnten – mit Holz, Textilien, Stiften und Pinseln, mit Straßenmalkreide auf dem Schulhof oder mit Wolle an Webrahmen.

In einem Raum bauen die Kinder zum Beispiel das berühmte Holzschiff nach, das Alma Siedhoff-Buscher 1923 am Bauhaus entworfen hat – vom Glattschleifen der Klötzchen in Quader-, Rechtecks- und Dreiecksform bis zum Bemalen mit bunten Farben.

Auf dem Schulhof sind andere Schüler gerade dabei, Grafiken von Heinrich Neuy auf den Asphalt zu übertragen – einige ganz detailliert, andere mit ihrer ganz persönlichen Note. Alle Werke der Projektwoche sollen später im Rathaus ausgestellt werden. Vorher haben die Schüler aber noch reichlich weitere Gelegenheiten, sich mit dem Bauhaus und Heinrich Neuy zu beschäftigen: In den nächsten Tagen und Wochen bietet die Kulturwerkstatt Altenberge in der Borghorster Schule Workshops zu Themen wie Steinbildhauerei, Textilien, Typografie und Bewegung an.

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