26-jähriger Borghorster angeklagt
Schützenfest endet in Prügelei

Borghorst -

Der Vorfall während des Schützenfestes der Vorstädter Schützen schlug seinerzeit hohe Wellen in Borghorst – und beschäftigte gestern das Amtsgericht Steinfurt: Auf der Anklagebank saß ein 26-jähriger Borghorster. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Er soll in der Nacht zum 29. April 2017 einen 22-jährigen, ebenfalls aus Borghorst stammenden Mann so stark geprügelt haben, dass dieser mit Gehirnerschütterung, Bandscheibenverletzungen und Platzwunden ins Krankenhaus musste und dort drei Wochen stationär verblieb.   Foto:

Mittwoch, 27.03.2019, 17:01 Uhr

Der Angeklagte bestritt, die Tat in dieser Form begangen zu haben. Er habe das Opfer lediglich „umgerissen“, das daraufhin unglücklich auf den Kopf gefallen sei. Er habe eine Flucht verhindern wollen.

Der Vorfall hatte eine Vorgeschichte: Und die fing damals schon im Schützenzelt an. Dort soll der jüngere Bruder des Angeklagten von dem 22-Jährigen verbal angegangen worden sein. Ebenfalls auf der Feier im Zelt dabei waren der Vater des Angeklagten und seine Lebensgefährtin. Aufgrund des Vorfalls habe man beschlossen, die Feier zu verlassen, berichtete der Angeklagte. Der Vater habe mit seiner Lebensgefährtin den Nachhauseweg indes zeitlich leicht versetzt angetreten. Dabei kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Der 22-Jährige habe zusammen mit einem weiteren Begleiter den Vater angepöbelt. Der sei daraufhin auf diese zugegangen, um sie zur Rede zu stellen. Dabei wurde er niedergeschlagen und landete mit dem Kopf auf der Bordsteinkante. Die nicht weit entfernten Söhne bekamen das mit, eilten ihrem Vater zur Hilfe. Der Jüngere blieb beim Vater, während der Ältere den Täter stellte.

Inwieweit der angeklagte, ältere Bruder für die vorgeworfene schwere Körperverletzung an dem 22-Jährigen verantwortlich ist, versuchte das Gericht in einer umfangreichen Zeugenbefragung aufzuklären. Da jedoch nicht alle Zeugen erschienen waren, kam es gestern noch nicht zum Urteil. Am 10. April wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann muss der 22-jährige wiederum aus der Haft vorgeführt werden. Er ist Opfer und Täter zugleich: In einem früheren Verfahren war er wegen der Körperverletzung an dem Vater bereits verurteilt worden.

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