Konzert mit Izi Onslow, Christian Bleiming und Daniel Paterok
Die „First Lady“ des Boogies

Altenberge -

Die britische Sängerin Izi Onslow, begleitet von Pianist Christian Bleimig, brachte den Saal in der Gaststätte Bornemann zum Toben. Freunde des Boogie Woogie kamen dort voll und ganz auf ihre Kosten.

Sonntag, 31.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 15:04 Uhr
Izi Onslow und Christian Beleiming begeisterten das Pubulkum im Saal der Gaststätte Bornemann.
Izi Onslow und Christian Beleiming begeisterten das Pubulkum im Saal der Gaststätte Bornemann. Foto: Engels

Schon bei ihrem Auftritt im Mai des vergangenen Jahres bei der Reihe „I love Boogie“ sorgte die sympathische Sängerin Izi Onslow aus der englischen Grafschaft Dorset für Aufsehen, eroberte die Sympathien der Liebhaber feinster von Hand gemachter Musik gleichsam im Sturm. Jetzt konnte man die „First Lady“ des Boogie-Woogie-Gesangs wiederum in Altenberge erleben. Zusammen mit dem Pianisten Christian Bleiming war sie für einige Konzerte nach Deutschland gekommen, und dass sie dabei auch im restlos ausverkauften Saal der Gaststätte Bornemann ihre Kunst präsentierte, kann man wohl als Glücksfall für diese mittlerweile traditionelle Boogie-Reihe bezeichnen.

„Boogie durch die Tonarten“

Zuerst einmal stimmte der Pianist Daniel Paterok in seinem musikalischen Dank an seinen früheren Lehrer und mittlerweile langjährigen Weggefährten in Sachen Boogie-Woogie mit zwei sehr unterschiedlichen Stücken das Publikum ein. Sein virtuos-spritziger „Boogie durch die Tonarten“ sowie ein inniger „Blues in B-Dur“ zeigten die ganze Bandbreite seines künstlerischen Oeuvres.

Dann erlebte man einen bestens aufgelegten Christin Bleiming mit dem legendären Meade „Lux“ Lewis „Honky Tonk Train Blues“ aus dem Jahre 1927, der wie vom Staub der Zeit befreit seinen Glanz entfalten konnte.

Stimmiger Dialog

Als die Sängerin Izi Onslow die Bühne betrat, verwandelte sich der Saal in einen der legendären amerikanischen Glitzerpaläste der 1920er bis 1935er Jahre. Onslow verbindet modernere Stilelemente von Ruth Brown und Little Silvia mit Charakteristika von Ella Mae Morse und Ruth Durand, hat dabei einen ganz eine Art des Boogie-Gesangs entwickelt. Wenn sie „Blues Every­where“ von Memphis Minnie anstimmt, ist der Zuhörer von dem einzigartigen Timbre ihrer Stimme eingefangen, genießt den bis ins kleinste Detail stimmigen Dialog zwischen ihr und Christian Bleiming.

Er zeigte sich an diesem Abend nicht nur als ein versierter Boogie-Pianist, sondern wusste seine Qualitäten auch in einer sensiblen und einfühlsamen Begleitung einzubringen. Die Zeit der großen Merline Johnson lebte auf bei „Someone To Take Your Place“ und bei „Screamin’ the Blues“ genoss man die wunderbar in Musik gesetzten tiefen Gefühle. Mit warm timbrierter Stimme intonierte sie zum Abschluss des ersten Sets dann Johnny Tylers „Oakie Boogie“, dabei spürte das Publikum deutlich, dass dies einer ihrer eigenen Lieblingssongs ist.

Besonders beeindruckend waren auch die „Trios“ des Abends, wenn Daniel Paterok und Christian Bleiming sich beim „Low Down Dog“ von Meade Lux Lewis zum Begleitduo für Izi Onslow zusammentaten und den Saal zum Toben brachten. Aus Münster konnte man als Gast den einfühlsamen Gitarristen Amandus Grund erleben, der schon den „Boogie Woogie Power Train“ das Trio um Christian Bleiming um eine besondere Klangfarbe bereichert hat. Mit dem von Muddy Waters bekannten Standard „Get My Mojo Working“ trieben Izi Onslow und Daniel Paterok die Stimmung im Saal in die Höhe.

Mit Esprit und Leidenschaft zauberte Izi Onslow eine Atmosphäre, in der sich einfach jeder wohl fühlen konnte, zeigte sich, warum sie als Ausnahmetalent in der internationalen Boogie-Szene für Aufsehen sorgt. In Christian Bleiming hat sie den „perfekten“ Begleiter gefunden, der ihre Interpretationen zu bereichern weiß und ihrer Stimme den facettenreichen Grund liefert, auf dem sie sich dann entfalten kann.

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