Versprechen eingehalten
Besondere Tradition schweißt die Menschen zusammen

Borghorst -

Zum 196. Emmausgang machten sich am Ostermontag bei Einbruch der Dämmerung die Prinzenschützen in Borghorst auf. „Es ist einmalig, wie „De Schütten tho Borchorst“ auch in schweren Zeiten, als Not und Elend über das Land kamen, mit festem Willen die Emmaus-Laterne zur Kirche trugen“, freute sich Vorsitzender Kai Laukemper über den Fortbestand der Tradition. In den Kriegsjahren trugen die Schützen ihren kostbaren Kandelaber sogar verdunkelt und Ostern 1945 während der Ausgangssperre der Besatzer heimlich zur Nikomedeskirche.

Montag, 22.04.2019, 16:00 Uhr
Mit dem Anbruch der Dämmerung trugen die Prinzen-Schützen nach gutem Brauch die alte Emmaus-Laterne von 1823 durch die Borghorster Straßen.
Mit dem Anbruch der Dämmerung trugen die Prinzen-Schützen nach gutem Brauch die alte Emmaus-Laterne von 1823 durch die Borghorster Straßen. Foto: Kamer

Für den König der Prinzen-Schützengesellschaft, Daniel Kock, war es eine ehrenvolle Aufgabe, am Ostersonntag bei Anbruch der Dämmerung die alte Emmaus-Laterne von 1823 durch die Borghorster Straßen bis zum Altar der Nikomedeskirche zu tragen. Dort betete er die drei traditionellen „Vater unser“ für die Verstorbenen der Gesellschaft und alle Steinfurter Schützen. Mit dem dritten Gebet gedachte der König den Verstorben und verletzen Menschen des schrecklichen Busunfalls auf der Ferieninsel Madeira sowie ihrer Angehörigen.

Nachdem sich die Schützen mit ihren Fahnen am Vereinshaus Hotel Lindenhof versammelt hatten, entzündete Hauptmann Enrico Husham, assistiert vom Ersten Vorsitzenden, Kai Laukemper, die drei Kerzen der fast 200 Jahre alten Lampe. Dann setzte sich der König mit der Lampe an die Spitze des Zuges und es ging singend über die Dumter-, Münster- und Emsdettener Straße zur Nikomedeskirche, um dort mit den Pfarrern Holger Erdmann und Markus Dördelmann eine ökumenische Andacht zu feiern.

Unter den Gästen konnte der Vorsitzende auch Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt begrüßen. Auf dem Rückweg durfte der Hauptmann die Emmaus-Laterne bis ins Vereinshaus tragen, wo man noch lange zusammen saß, bis die letzte Kerze erloschen war.

„Es ist einmalig, wie „De Schütten tho Borchorst“ auch in schweren Zeiten, als Not und Elend über das Land kamen, mit festem Willen die Emmaus-Laterne zur Kirche trugen“, sagte Laukemper. In den Kriegsjahren trugen die Schützen ihren kostbaren Kandelaber sogar verdunkelt und Ostern 1945 während der Ausgangssperre der Besatzer heimlich zur Nikomedeskirche.

Die „Junggesellen-Schützen“, wie sich die Prinzen früher nannten, erhielten die kunstvoll gearbeitete Laterne 1823 vom damaligen Fürsten Alexius Friedrich zu Bentheim und Steinfurt (1781 bis 1866). Die über Jahrhunderte alten guten Beziehungen, die auch heute noch mit dem Steinfurter Fürstenhaus gepflegt werden – der jetzige Fürst Christian ist Ehrenmitglied der Gesellschaft – sind wohl als Grund für diese großzügige Schenkung zu sehen.

Mit der Stiftung der Laterne verknüpften die „Schütten tho Borchorst“ eine besondere Auflage, die darin besteht, dass der Emmausgang jährlich stattfinden und bei einer Unterbrechung eingestellt werden müsse.

Das Ehrenmitglied der Prinzen-Schützen, Pfarrer em. Karl Holthaus, sieht das Geschenk als ein sehr frühes ökumenisches Handeln. Im Lukasevangelium ist nachzulesen, wie zwei Jünger Jesu Christi anzweifeln und sie gehen nach Emmaus. Unterwegs schließt sich ihnen ein Fremder an, den sie als Jesus entlarven.

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