Leidenschaft zum Beruf gemacht
Freiheit, Zuflucht und Identität“

Steinfurt -

Die Buchhändlerin Andrea Brümmer und die Auszubildende der Stadtbücherei, Nicole Hafner, haben ihre Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. Anlässlich des 24. Welttages des Buches, der am Dienstag (24. April) begangen wird, haben die beiden Frauen in einem Gespräch mit dieser Zeitung erklärt, was sie am Schmökern so reizt und welche Lektüre sie besonders mögen.

Montag, 22.04.2019, 15:00 Uhr
Buchhändlerin Andrea Brümmer
Buchhändlerin Andrea Brümmer Foto: Claudia Mertins

Sie arbeiten in ihrem persönlichen Paradies und können täglich aus dem Vollen schöpfen: Die Buchhändlerin Andrea Brümmer und die Auszubildende der Stadtbücherei, Nicole Hafner, haben ihre Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. Anlässlich des 24. Welttages des Buches, der heute begangen wird, fragt die WN die beiden Frauen, was, wann, wo, und ob sie immer noch gerne lesen.

Die Welt der Bücher, in der 26 Buchstaben in diversen Kombinationen ein ganzes Universum erschaffen können, haben die Zwei in früher Kindheit kennengelernt. Zunächst durch das Lesen und Vorlesen der Eltern: „Ich stamme aus einer Familie von Leseratten“, sagt Nicole Hafner lachend und erinnert sich immer noch gerne an Bilderbücher und erste Buchreihen, die ihr jetzt in der Bücherei wieder begegnen. „Manche Bücher sind Lebensbegleiter. Wenn sie beispielsweise die Fortsetzungen von „Die drei???“ lese, sei das fast ein Stück Heimat, schwärmt die 20-Jährige. Ihre Eltern förderten ihre Leselust durch Büchereibesuche und Buchkäufe: „Sie haben uns jedes Buch gekauft, das wir haben wollten, statt Süßigkeiten“.

Ganz ähnlich war es bei Andrea Brümmer, die auch gerne in den Regalen ihrer älteren Geschwister stöberte. Die Entscheidung für einen Beruf, in dem Bücher in all ihren Variationen im Zentrum stehen, erschien beiden Frauen logisch: „Über meinen Schwager fand ich den Ausbildungsplatz zur Buchhändlerin im ehemaligen Buch- und Schreibwarengeschäft Kriedte“, erinnert sich Andrea Brümmer.

Bei der fast 30 Jahre jüngeren Nicole Hafner ist es der moderne Medien-Mix, der sie beruflich wie privat interessiert: „Ich lese gerne dicke Wälzer und Zeitschriften, nutze aber auch Hörspiele, Filme, Computerspiele und andere digitale Medien“. Ihre Lieblings-Saga „Game of Thrones“ zum Beispiel, hat sie mit verschiedenen medialen Mitteln verfolgt, je nach Lust und Zeitaufwand. Beide hauptamtlichen Leserinnen nutzen so ziemlich jede Gelegenheit zum „Seitenfressen“: bei der Buchhändlerin sind es neben belletristischen Neuerscheinungen hauptsächlich Krimis, aber auch gute Jugendbücher. Sie schätzt den Austausch über das Gelesene mit ihren Kolleginnen und Kunden, von denen sie oft nach Tipps gefragt wird. Die künftige Fachangestellte für Medien-und Informationsdienste versinkt privat am liebsten in Fantasy-und Science-Fiction-Welten: „Lesen ist für mich Freiheit, Zuflucht und auch Identität, jeder kann seine Lese-Biografie schließlich selbst bestimmen.

In diesem Sinn macht es Nicole Hafner glücklich, wenn Mütter ganze Wäschekörbe voller Bücher und anderer Medien für ihre Familien ausleihen. „Durch meine Ausbildung habe ich gelernt, wie wichtig eine öffentliche Bücherei für die Gesellschaft ist, auch als Treffpunkt“.

Ein Gespräch mit zwei so bewanderten Bücherwürmern kann natürlich nicht ohne die Frage nach einem ganz heißen, aktuellen Tipp enden. Andrea Brümmer empfiehlt „Die Mittagsstunde“ von Dörte Hansen und Nicole Hafners Favorit ist das Epos „Game of Thrones“ von George R.R. Martin.

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