Die Kurzgeschichte über Sam geht weiter
Sams Beweggründe

Nach einer kurzen Pause in den Ferien startet Natalie Perachas Abenteuer auf der Jugendseite in das dritte Kapitel. Dabei geht es vor allem um die Beweggründe, warum sich der junge Sam auf gefährliche Aufträge begibt.

Freitag, 03.05.2019, 08:00 Uhr

„Dies ist deine letzte Mission. Schaffst du es nicht, sie innerhalb der Frist auszuführen, zögern wir nicht, die Konsequenzen walten zu lassen. Du kennst die Konsequenzen, Sam. Lass es nicht darauf ankommen. Red Bird.“

Sam schloss hastig seine Email und verließ das Zimmer. Charlie saß schon auf der Küchentheke und wartete mit zuckendem Schwanz auf sein Herrchen. „Ich war schon kurz davor, mir selber das Frühstück zu geben und du weißt, wie das letztes Mal geendet ist“, murrte Charlie.

Sam verzog bei dem Gedanken sein Gesicht und beeilte sich, Charlie sein Essen zu geben. „Daran wollte ich mich ungern erinnern“, erwiderte Sam, als er Charlie seinen Napf hingestellt hatte und sich aus dem Schrank eine Schüssel für sein Müsli holte.

Wie fast jeden Morgen war Sams Mutter bereits aus dem Haus zu ihrer Arbeit verschwunden. Sie war Krankenschwester im St. Kopernikus Krankenhaus. Um sich selber und ihren Sohn über Wasser zu halten, musste sie fast jede Schicht nehmen, die sie bekommen konnte und arbeitete manchmal tagelang durch. Sams Vater verschwand bereits vor Sams Geburt, daher waren nur noch er und seine Mutter übrig. Bei dem Gedanken an seine Mutter drehte sich Sams Magen um. Er liebte sie über alles und doch war da eine Wut in ihm, die sich anfühlte wie ein brodelnder Vulkan. Sie war der Grund, wieso er überhaupt in dieser Situation steckte. Er schob den Gedanken zur Seite, wie er es jedes Mal tat wenn er hochkam und konzentrierte sich darauf, sein Frühstück zuzubereiten.

Aus einem weiteren Schrank holte Sam sich den Müslikarton und schüttete etwas davon in seine Schüssel. Dann öffnete er den Kühlschrank für die Milch und seufzte. Leere Ablagen begrüßten ihn. Nur noch eine verlassene, halb vergammelte Zitrone lag dort.

Warum seine Mutter die in den Kühlschrank gelegt hat, wusste er nicht, doch manchmal bekam seine Mutter Einfälle, die Sam nicht erklären und auch nicht verstehen konnte. Er musste lediglich die Konsequenzen beseitigen oder so gut er konnte eindämmen.

Sam entsorgte die Zitrone und füllte sich dann sein Müsli mit dem Wasser aus der Leitung auf, bevor er sich auf die Theke setzte und sein Frühstück genoss. Charlie war mit seinem Essen schon fertig und rollte sich auf Sams Schoß wieder zusammen. „Wir müssen gleich einkaufen gehen“, sagte Sam dann. „Hm“, murrte Charlie, „schon wieder nichts da?“

„Ja.“ „Dann können wir gleich die Ipos Akademie auschecken“, grummelte Charlie.

„Gute Idee.“ In Sams Kopf bildete sich bereits langsam ein Plan.

Natalie Peracha

Nächste Woche erscheint Kapitel vier von Sams Abenteuer. Wer über Natalies Geschichten auf dem Laufenden bleiben will, sollte auf ihrem Instagram-Account „@natalie_peracha“ vorbeischauen.

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