Club „Auto Szene Steinfurt“
Faszination „Heilig‘s Blechle“

Steinfurt -

Sie sind zwischen 20 und 38 Jahre alt, stehen mitten im Leben, haben Familie, übernehmen Verantwortung in Beruf und Gesellschaft: Die Mitglieder der „Auto Szene Steinfurt“. Seit rund zwei Jahren treffen sich die Freaks regelmäßig im Clubhaus in Ostendorf, um ihrer Leidenschaft „Auto“ zu frönen.

Donnerstag, 09.05.2019, 20:00 Uhr
Die Leidenschaft fürs Auto eint sie: Die Clubmitglieder der „Auto Szene Steinfurt“ treffen sich regelmäßig – auch für den guten Zweck.
Die Leidenschaft fürs Auto eint sie: Die Clubmitglieder der „Auto Szene Steinfurt“ treffen sich regelmäßig – auch für den guten Zweck. Foto: Ralph Schippers

Das Erscheinungsbild des selbst entworfenen Logos mag gewissen Anlass zu Diskussionen geben, fest steht jedoch: Die Mitglieder der „Auto Szene Steinfurt“ haben mit Politik nichts am Hut, erst recht nicht mit rechter Gesinnung. Die jungen Leute, alle zwischen 20 und 38 Jahre alt, eint die Leidenschaft zu Automobilen. Dabei stehen Youngtimer ebenso im Fokus wie aktuelle Modelle. „Wir reden gerne über Autos, schrauben an ihnen und pflegen darüber hinaus vor allem die Gemeinschaft“, sagt Melanie Guddorp.

Die 33-jährige Borghorsterin hat vor zwei Jahren zusammen mit ihrem jetzigen Verlobten Kevin Subelok den Autoclub aus der Taufe gehoben. Mittlerweile gehören 15 Mitglieder dazu, die nicht nur aus Steinfurt stammen, sondern auch aus umliegenden Orten wie Emsdetten, Greven oder Saerbeck. Regelmäßig treffen sich die Freaks zum Stammtisch in ihrem Clubhaus in der Bauerschaft Ostendorf und tauschen sich über ihre Leidenschaft aus. Längere Ausfahrten gibt es eher selten. Und Treffen gar, bei denen andere Clubs auch gerne mal unangenehm auffallen, indem sie illegale Rennen austragen, sind bei den Mitgliedern der Steinfurter Auto-Szene absolut tabu. „Wir distanzieren uns klar von den schwarzen Schafen, die durch Raserei und Rücksichtslosigkeit auffallen“, sagt Marek Schmidt deutlich. Der Emsdettener fungiert neben Melanie Guddorp als Sprecher der Gemeinschaft.

Stichwort Auffallen: Dies tun die jungen Leute mit ihren Fahrzeugen. Vor allem gilt das für den Audi 100- und den Golf-Youngtimer, die optisch zum „Dienstauto“ eines Sheriffs („County Tecklenburger Land“) beziehungsweise zu einem „Police-Car“ umfunktioniert worden sind.

Extravagant? Ja. Unvernünftig aber sind die Autofreaks deshalb nicht. Im Gegenteil: „Alles ist legal, darauf achten wir“, sagt Janina Hülsmann aus Greven. Allerdings auch die Polizei. Regelmäßig werden die Gefährte der Clubmitglieder von der staatlichen Ordnungsmacht kontrolliert. „Das ist mitunter schon lästig, aber wir nehmen es gelassen“, sagt Melanie Guddorp.

Um dem in der Öffentlichkeit verbreiteten Negativimage der Szeneclubs entgegenzutreten, sind die Clubmitglieder aktiv geworden. So führten sie jüngst mit Unterstützung des Fachdienstes Tiefbau der Stadt eine Müllsammelaktion im Bereich Bagno durch, die fortan jährlich stattfinden soll. Zudem engagieren sie sich im Tierschutz. Eine Spende an den Ochtruper Verein „Glücksbringer e.V.“ ist bereits überreicht worden.

Die Geschmäcker der Liebhaber unterscheiden sich beim „Heilig‘s Blechle“ stark. Sie sind so unterschiedlich wie sie selbst. Alle stehen mitten im Leben, haben Familie, übernehmen Verantwortung im Beruf. Und sie suchen weitere Mitstreiter, die mit ihnen ihre Autoleidenschaft teilen wollen. Gerne erst auch testweise, denn ein potenzieller Kandidat „muss auch zu uns passen“, wie Marek Schmidt ausdrücklich betont.

Wer sich für einen Beitritt entscheidet, muss unterschreiben, dass er die Regeln des Straßenverkehrs achtet und sich darüber hinaus respektvoll verhält. Kontakt: Melanie Guddorp, E-Mail: melanieguddorp@yahoo.de.

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