Günter Marquard verspricht „überzeugenden Vorschlag“
CDU stellt eigenen Kandidaten auf

Steinfurt -

Rund 70 Mitglieder folgten jetzt der Einladung des CDU-Ortsvorsitzenden Günter Marquard zur Mitgliederversammlung in die Schlossmühle. In seinem Tätigkeitsbericht lobte der Vorsitzende die gute Zusammenarbeit zwischen Partei und Fraktion und kündigte eine intensive Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2020 an, schreibt die Ortsunion in ihrem Pressetext. Die CDU wolle dort den Schwerpunkt auf Mobilität, Digitalisierung, Bildung, Sport, Sicherheit und Stadtentwicklung legen. Und einen eigenen Bürgermeisterkandidaten soll es auch geben.

Montag, 13.05.2019, 16:38 Uhr
Die Mitglieder der Ortsunion verfolgten gespannt die Ansichten von Norbert Kerkhoff über die Perspektiven der Stadt Steinfurt.
Die Mitglieder der Ortsunion verfolgten gespannt die Ansichten von Norbert Kerkhoff über die Perspektiven der Stadt Steinfurt. Foto: CDU

Marquard gab bekannt, dass die CDU eine eigene Kandidatin oder Kandidaten in das Rennen um das Bürgermeisteramt im nächsten Jahr schicken werde. „In der CDU hat allein die Mitgliederversammlung zu entscheiden, ich werde dazu im ersten Quartal 2020 einen überzeugenden Vorschlag machen“, so der Vorsitzende.

Anschließend sprach der Fraktionsvorsitzende Norbert Kerkhoff über „Perspektiven für unsere Stadt“. In einer 40-minütigen Rede ging Kerkhoff nahezu auf alle Gebiete ein, die Politik, Verwaltung und Medien in den letzten Jahren und Monaten bewegten und trug einen bunten Strauß von Ideen für die Zukunft vor, heißt es weiterhin in dem Pressetext der CDU.

Digitalisierung in Schulen und Verwaltung, eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Verwaltung, Schulleitung und Eltern und ein Entwicklungsplan für die Sportstätten würden gebraucht. Der Bürgermeisterin hielt er eine zögerliche Haltung bei der für die Fachhochschule so wichtigen K 76n vor und forderte sie auf, ihren Widerstand gegen die Entwicklung des Weberquartiers durch die Stadt noch einmal zu überdenken. „Wir müssen das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen“, so Kerkhoff.

Die Stimmenthaltung der Bürgermeisterin beim Steinfurter Campingplatz habe nicht nur bei der CDU Unverständnis ausgelöst. „Das habe ich noch nicht erlebt, dass ein Bürgermeister seiner eigenen Vorlage nicht zustimmen kann. Führen und Gestalten geht nicht durch Stimmenthaltung“, kritisierte der Fraktionsvorsitzende. Für die nächste Wahlperiode von 2020 bis 2025 forderte Kerkhoff mehr Tatkraft, Überzeugung und Mut. „Nicht nur über Probleme reden, sondern Lösungen finden.“

Hauptredner war der Honorarkonsul von Bulgarien und Ex-Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier zum „Friedensprojekt Europa“. Seit der Zeit Karl des Großen sei Europa ein Traum vieler gewesen. Es habe Jahrhunderte gebraucht, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit Blick auf seine eigenen Vorfahren zeigte Jostmeier auf, dass man sich in den letzten Jahrhunderten entweder im Krieg befand oder sich auf den nächsten vorbereitete. Seit 1945 sei diese Schreckensserie in den Mitgliedsländern der EU endlich unterbrochen.

Voraussetzung für diese Zeit des Friedens, sei die gegenseitige Anerkennung der Unverletzlichkeit der Grenzen innerhalb Europas und die Überwindung des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren. „Der freie Verkehr von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital sind einige der großen Stärken Europas. Das brachte allen Beteiligten wirtschaftlichen Erfolg“, so Jostmeier.

Das Zusammenwirken von so vielen souveränen Staaten sei ohne Vorbild. Zur Friedenssicherung forderte er die Gründung einer europäischen Armee. Der Honorarkonsul Bulgariens beendete seinen Vortrag mit einem Adenauer-Zitat: „Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen, sie wurde eine Hoffnung für viele. Heute ist sie eine Notwendigkeit für uns alle.“

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