Investitionen für die Kläranlagen von 130 000 Euro notwendig
Muff im Sand wegwaschen

Steinfurt -

Was im Augenblick noch in dem Container neben der Stahlbühne landet, hat mit Sand nicht so viel zu tun. Der Geruch ist eindeutig Kläranlage, die dunkelgraue Farbe erinnert an Schlamm. Damit dieser stark mit biologischen und damit müffelnden Anteilen verunreinigte Sand als solcher wieder genutzt werden kann, muss er gewaschen werden.

Dienstag, 14.05.2019, 16:04 Uhr
Oben auf der Stahlplattform steht der fast 40 Jahre alte Sandfangräumer. Er soll jetzt ausgetauscht werden. Kosten entstehen in Höhe von 65 000 Euro.
Oben auf der Stahlplattform steht der fast 40 Jahre alte Sandfangräumer. Er soll jetzt ausgetauscht werden. Kosten entstehen in Höhe von 65 000 Euro. Foto: Axel Roll

In den Borghorster Kläranlagen ist das schon Standard, in der Abwasseraufbereitung in Burgsteinfurt soll es schon bald eingeführt werden. Was dazu noch fehlt, ist der politische Beschluss. Der Rat muss am Donnerstag 65 000 Euro bewilligen, die ein sogenannter Sandfangräumer kostet. Damit der Ausgaben für sauberes Wasser nicht genug: In der Borghorster Kläranlage Nord muss ein Rechen, der die groben Schwebteile aus dem Klärwasser fischt, erneuert werden. Kostenpunkt: 70 000 Euro.

Der Apparat, mit dem zurzeit noch in Burgsteinfurt der Sand aus dem Abwasser gefiltert wird, ist fast 40 Jahre alt und darum weder technisch noch mechanisch auf der Höhe der Zeit. Mit den neuen Gerätschaften wird die Arbeit nach den Erfahrungen des zuständigen Fachdienstes nicht nur sehr viel effektiver absolviert werden. Der Sand wird nach der Trennung außerdem regelrecht gewaschen und hat damit nur noch weniger als drei Prozent biologische Anteile. So kann er als ganz normaler Sand entsorgt und muss nicht als teurer Bioabfall abgefahren werden.

In Borghorst Nord steht die Rechenanlage, die Hygieneartikel und anderes aus dem Kanalwasser zieht, kurz vor dem Kollaps, wie der Fachdienst Tiefbau sagt. Der Rechen mit einer Spaltenbreite von sechs Millimetern ist seit 20 Jahren im Einsatz. Ersatzteile sind nicht mehr zu bekommen, weil der Hersteller mittlerweile in die Insolvenz gegangen ist.

„Eine aufwendige Instandsetzung der Rechenanlage ist nicht wirtschaftlich“, schreibt der Fachdienst Tiefbau dazu in der Beschlussvorlage für den Rat. Eigentlich sollte das Reinigungsmodul, das ganz am Anfang der Klärstufen steht, erst im kommenden Jahr ausgetauscht werden. Aber die Experten im Rathaus haben Angst, dass die Anlage schon eher ihren Geist aufgeben könnte.

An den Kläranlagen Borghorst-Süd und Burgsteinfurt wurden die Rechen schon 2017 und 2018 ausgetauscht, schreiben die Experten im Rathaus.

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